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Menschen & Meinungen

Glyphosat - die Emotionen kochen hoch

Glyphosat im Weinbau
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
26.10.2017

Die Zitterpartie um die weitere Zulassung von Glyphost hält an. Das zehrt an den Nerven, wie die Raktionen zeigen.

Gestern hat der zuständige Ausschuss über eine weitere Zulassung des Herbizids Glyphosat abgestimmt. Zum wiederholten Male konnte die erforderliche Mehrheit für ein "ja" oder "nein" nicht erzielt werden. Je nach Standpunkt waren die Reaktionen auf die "Nicht-Entscheidung" unterschiedlich:

Der europäische Bauernverband (Copa) zeigte sich enttäuscht. Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen sagte: „Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die europäische Chemikalienagentur (ECHA) haben dem Wirkstoff ein positives Gutachten ausgestellt. Wir fordern die EU-Entscheidungsträger und Mitgliedstaaten dringend auf, den Wirkstoff für weitere 15 Jahre zuzulassen. Er sollte nicht zum Spielball der Politik oder von den Mitgliedstaaten als Druckmittel missbraucht werden."

Die EU-Kommission übt sich in Zurückhaltung. Ihre schriftliche Reaktion lautet: "Die Kommission hat die Standpunkte der verschiedenen Delegationen der Mitgliedstaaten zur Kenntnis genommen, wird diese jetzt analysieren und in Kürze einen Termin für die nächste Tagung des Ständigen Ausschusses bekannt geben."

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister, Till Backhaus, gibt die mangelnde Rechtssicherheit der Betriebe zu bedenken: Wir brauchen endlich eine Einigung, um den landwirtschaftlichen Betrieben die nötige Planungs- und Rechtssicherheit zu geben“, sagte er

Kirsten Tackmann von der Linken forderte die Bundesregierung auf, sich zu positionieren: Die erneute Verschiebung der Entscheidung in Brüssel zu Glyphosat ist ein Offenbarungseid. Für eine Wiederzulassung dieses Wirkstoffes fehlen die Grundlagen. Deshalb muss Deutschland - wie immer mehr EU-Staaten - eine Wiederzulassung ablehnen. Es wurden weder die gravierenden Wissenslücken über Glyphosat in der Lebensmittelkette endlich geschlossen noch der wissenschaftliche Streit zu gesundheitlichen und ökologischen Gefahren geklärt."

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