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Zulassungsprozess

Glyphosat - Das EU-Parlament hakt nach

Fahnen vor EU-Parlament
pd
am
18.01.2018

Das EU-Parlament hat heute nach Angaben der Organisation LobbyControl einen Sonderausschuss zur Untersuchung der Glyphosat-Zulassung eingerichtet.

Damit mehren sich nach Einschätzung von LobbyControl die Anzeichen, dass die Glyphosat-Zulassung grundsätzlich auf den Prüfstand kommt. Die Organisation, die sich selbst als unabhängig bezeichnet, bemängelt eine zu geringe Tranparenz bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Dazu Max Bank von LobbyControl:  "Aktuell können Industrievertreter bereits über den Zulassungsprozess massiv Einfluss nehmen. Wenn Behörden prüfen, tun sie das zum Großteil auf Basis von Konzernstudien. Und die Öffentlichkeit darf diese nicht mal einsehen. Das muss sich ändern."

    Forderung nach mehr Transparenz

    LobbyControl hat fünf Forderungen zum Zulassungsprozess von Pflanzenschutzmitteln aufgestellt. Sie lauten:

    • Zulassungsbehörden dürften keine Interessenkonflikte in Risikobewertungsgremien aufweisen. Deshalb müssten Lebensläufe und Verbindungen zu kommerziellen Organisationen aller ExpertInnen in den Gremien der Behörden öffentlich zugänglich sein.
    • Ein einseitiges Zurückgreifen auf Studien von Herstellern der Stoffe, die geprüft werden, sei inakzeptabel.
    • Wenn diese Studien zu Rate gezogen werden, dürften sie der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden. Hier gelte das Prinzip: Gesundheit vor Geschäftsgeheimnis.
    • Wenn es Kommunikation mit den Herstellern der Stoffe gibt, dann müsse diese transparent gemacht werden.
    • Die EU-Kommission und nicht die Hersteller sollte entscheiden, welche Behörde die Zulassung eines Stoffes prüft. 
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