Login
Pflanzenschutz

Glyphosateinsatz soll massiv sinken

Klöckner Julia
blw
am
19.04.2018

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will die Anwendung von Glyphosat auf landwirtschaftlich und gartenbaulich genutzten Flächen massiv einschränken.

Das sieht ein Verordnungsentwurf vor, den die Ministerin am Dienstag vorgestellt hat. Klöckner verwies darauf, dass die Einschränkung des Einsatzes im Rahmen eines „EU-konformen Rahmens“ erfolgen solle.

Wie die Ministerin vor Journalisten in Berlin erläuterte, sollen Landwirte, die glyphosathaltige Herbizide einsetzen wollen, dies bei der jeweiligen Pflanzenschutzbehörde anzeigen müssen, die dann darüber befinden soll. Auf Flächen, die über keine hinreichenden Saumstrukturen verfügen, soll die Anwendung ebenso ausgeschlossen werden wie in Naturschutzgebieten.

Zur Stoppelbehandlung soll Glyphosat dann eingesetzt werden dürfen, wenn ansonsten auf den betreffenden Flächen eine erhebliche Erosionsgefährdung droht. Gegen bestimmte Problemunkräuter soll die Anwendung genehmigt werden können, wenn keine alternativen Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen. Als Ausnahme vom Anwendungsverbot soll auch gelten, dass aufgrund anhaltender Nässe ein Pflugeinsatz nicht möglich ist.

Verboten werden soll die Anwendung von Glyphosat in Haus- und Kleingärten. Ausnahmen sollen dann möglich sein, wenn der Anwender über einen Sachkundenachweis verfügt und es keine Alternativen gibt. In Parks und Sportanlagen soll das Herbizid generell verboten werden.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, begrüßte, dass Klöckner keinen nationalen Alleingang machen will. Eine Reduktionsstrategie sei grundsätzlich sinnvoll, aber ein vollständiger Ausstieg würde unsere Möglichkeiten im umweltschonenden Anbau drastisch einschränken“, erklärte er.

Der Bundesrat wird sich in seiner Sitzung am 27. April mit dem Thema Glyphosat betreffen. Die Empfehlungen der Ausschüsse der Länderkammer zielen darauf ab, dem Wirkstoff keine neue Zulassung zu erteilen und den Einsatz des Wirkstoffes ebenfalls stark einzuschränken und baldmöglichst zu verbieten.

Auch interessant