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Regierungsbildung

Greenpeace, Bioland und IG Saatgut wollen Gentechnikfreiheit sichern

Raps-Amerika
pd
am
30.10.2017

Die Organisationen fordern von der künftige Bundesregierung, im Gentechnikgesetz rechtssichere Anbauverbote für gentechnisch veränderte Organismen zu verankern.

Als Gentechnik eingestuft werden müssen nach Ansicht der Verbände auch die neuen Verfahren des Genome Editings wie Crispr-Cas. Die Nulltoleranz für nicht zugelassene GVO im Saatgut müsse zudem bestehen bleiben, die Sicherungskontrollen sollten verdichtet werden.

„Mit neuen Verfahren wollen die Züchtungsunternehmen Lebensmittel aus genmanipulierten Pflanzen und Tieren unbemerkt auf unsere Teller bringen“, so Jan Plagge, Präsident von Bioland und weiter: „Unsere Landwirtschaft und die Verbraucher können nur durch ein umfassendes, praktikables Gentechnikrecht geschützt werden, das für alle gentechnisch manipulierten Organismen gilt.“

Forderung: Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut

Die aktuelle Saatgutauswertung von Greenpeace, Bioland und IG Saatgut bringe nach Aussage der Verbände erfreuliche Ergebnisse: Alle Raps- und Maissaatgutproben seien 2017 frei von Gentechnik gewesen. Die zuständigen Behörden der Bundesländer konnten bei Rapssaatgut zum fünften Mal in Folge keine Verunreinigungen feststellen.

Sie hatten dieses Jahr 269 Saatgutproben untersucht. Nach drei verunreinigten Proben im Vorjahr (2015 waren es noch sechs, 2014 acht belastete Proben) waren in diesem Jahr zum ersten Mal auch die mehr als 500 Maissaatgutproben frei von Gentechnik.

Nur eine einzige Verunreinigung mit GVO wurde in Sachsen bei Sojabohnen festgestellt, die betroffene Partie kam nicht auf den Markt.

„Der Erfolg der Saatgut-Kontrollen steht allerdings auf dem Spiel, sollten neue gentechnische Verfahren nicht als das eingestuft und reguliert werden, was sie zweifellos sind: Gentechnik“, so Dirk Zimmermann von Greenpeace.

Heute bereits einsatzbereit

Mit Methoden des Genome Editings manipulierter, herbizidtoleranter Raps werde bereits in Nordamerika angebaut. In Europa stehe eine Entscheidung aus, wie die neuen gentechnischen Methoden rechtlich behandelt werden sollen. Nur wenn die neuen Verfahren auf europäischer Ebene als Gentechnik eingestuft würden, müssten sie eine umfassende Risikobewertung durchlaufen und unterlägen einer gesetzlichen Nachweis-, Rückverfolgbarkeits- und Kennzeichnungspflicht.

„Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut ist möglich und muss auch künftig bestehen bleiben – auch eine neue Bundesregierung sollte sich hierzu im Koalitionsvertrag klar bekennen“, sagt Stefanie Hundsdorfer von der IG Saatgut. „Gleichzeitig besteht Nachbesserungsbedarf bei der Dichte der Saatgutkontrollen. Risikokulturen wie Raps, Mais und Soja sollten dabei im Fokus stehen. Wir halten hier eine umfangreichere Beprobung für erforderlich, um ein Inverkehrbringen kontaminierten Saatgutes so sicher wie möglich ausschließen zu können.“

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