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Kommentar

Eine Grenze ist überschritten

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
09.02.2017

München - Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen. Deshalb auch an dieser Stelle ein paar Sätze zur unsäglichen Werbekampagne von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Sepp Kellerer

Ja, wahrscheinlich ist dies die erste Berührung, die Sie mit dem Thema im aktuellen Heft haben, aber die anderen Seiten entstehen normalerweise früher als die „Seite 3“. Deshalb ist der Eingangssatz auch gerechtfertigt.

Aber zurück zum Thema: Normalerweise sollte man ja von der Politik erwarten dürfen, dass sie sich für etwas einsetzt, eine positive Entwicklung einleitet und begleitet. Das können meinetwegen gerne noch umweltfreundlichere Produktionsmethoden auf dem Acker und noch tiergerechtere Haltungsformen für die Tiere sein, wenn sie für die Bauern mit vertretbarem Aufwand machbar sind, und dazu beitragen, den Betrieben das Auskommen und Überleben zu sichern.

Man kann meinetwegen auch mal zielgerichtet gegen etwas Politik machen. Das kann auch die Reduktion von übermäßigen Nitrateinträgen sein, aber wie gesagt, nicht pauschal übers ganze Land, sondern zielgerichtet dort, wo sie tatsächlich auftreten und nachgewiesen sind und wo der Verursacher eindeutig identifiziert ist.

Man kann aber nicht Politik machen auf dem Rücken einer Berufsgruppe, jetzt hätte ich beinahe Minderheit geschrieben. Nein, die Bauern sind noch keine Minderheit, weil sie mit ihrer Arbeit mit der Gestaltung und Pflege der Kulturlandschaft und dem Bestellen der Äcker überall im Lande sichtbar sind. Je sachlicher man die Leistungen der Landwirtschaft für die gesamte Gesellschaft aufaddiert, umso unverständlicher wird die Kampagne aus dem Bundesumweltministerium. Kann es sein, dass hier die Grenzen zwischen Regierungspolitik und Parteipolitik verschwommen sind?

Aber Halt, ich wollte ja an dieser Stelle nicht Alles wiederholen beziehungsweise vorwegnehmen. Also nur noch zwei Verweise. Einen auf einen offenen Brief von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der darin die Abkehr vom Spalten anmahnt und auf die Rückkehr zum Entwickeln gemeinsamer Lösungen verweist. Und einen zweiten Verweis auf die Berichte und die Kommentare der Kollegen Simon-Michel-Berger und Hans Dreier.

Und sollten Sie Lust auf einen Ausgleich zu dieser schweren Kost verspüren, dann schauen Sie doch einfach auf den Beitrag zum Hofball.

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