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Aktion

Grüne Kreuze gegen das Agrarpaket

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
11.09.2019

Eine kleine Gruppe von unabhängigen Agrarbloggern hat einen stillen Protest gestartet.

"Wir tragen gerade die familiengeführte, bäuerliche Landwirtschaft zu Grabe. Deshalb die Mahn-Kreuze", so begründet die Gruppe die Aktion. Sie läuft in den Sozialen Medien unter #grüne Kreuze.

Auslöser für die Aktion war das Agrarpaket von BMEL und BMU. Nach Ansicht der Graswurzler, wie sich die Gruppe selbst bezeichnet, werden die zahlreichen Maßnahmen dazu führen, dass die bisherige praktizierte Form der traditionellen Landwirtschaft massiv erschwert und in Einzelfällen unmöglich gemacht werde. Eine Entschädigung dafür sei nicht vorgesehen, ebenso wenig für sinkende Erträge, wenn der Pflanzenschutz massiv eingeschränkt werden sollte.

Zusätzlich weisen die Initiatoren auf drei weitere Punkte hin:

  • Eine Umstellungswelle auf Bio sei nicht für alle Bauern sinnvoll. Schon heute würden, ausgelöst durch diverse Volksbegehren mit Forderung nach 30 oder 50% Bio-Landwirtschaft, sich schon erste Folgen zeigen. Bio-Molkereien würden keine neuen Lieferanten mehr aufnehmen und der Preis für Bio-Getreide beginne zu fallen. Die Läger seien voll, weil die Nachfrage nicht dem steigenden Angebot folgt. Dieses Marktgesetz von Angebot und Nachfrage gelt also auch hier. Aber Bio zum Schnäppchenpreis gehe nicht.
  • Die Bauern würden sich einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise nicht verweigern, ihre Vorschläge fänden aber wenig Gehör. So seien in einem gemeinsamen Workshop von Landwirten und Naturschützern des Bundesamtes für Naturschutz  (BfN) gemeinsam praktikable Lösungen erarbeitet worden, die den Forderungen der Gesellschaft nach mehr Naturschutz  (Ökologie), aber auch dem verständlichen Wunsch der Landwirtschaft nach einer langfristigen und wirtschaftlichen Perspektive (Ökonomie) nachkommen würden. Das Papier des Bundesamt für Naturschutz ist hier nachzulesen. Leider seien die 11 Punkte des BfN weder vom BMEL noch vom BMU aufgegriffen, obwohl das Papier beiden vorliege.
  • Das Dilemma der Essensmacher bestehe darin, dass das Erfüllen all der gesellschaftlichen Wünsche nur machbar sei, wenn der dafür notwendige Preis auch bezahlt werden. Prinzipiell können Landwirte ihre Produktion durchaus umstellen, aber es muss auch ein wirtschaftliches Fundament existieren. Wenn alles nur billig sein soll, könne das nicht funktionieren.

Zu den Initiatoren zählen Marcus Holtkötter, Bernhard Barkmann, Rene Rempt, Nadine Henke und Dr. Willi Kremer-Schillings, besser bekannt als Bauer Willi

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