Login
Grüne Woche

Grüne Woche und Düngeverordnung - zwischen Frust und Motivation

Grüne Woche Bayern
Thumbnail
Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
25.01.2018

„Bayern erobert mal wieder Berlin“, das ist die zentrale Botschaft für die nächsten neun Tage für die Bayern auf der IGW.

Sepp Kellerer

Halb acht Uhr morgens ist für Journalisten sicher etwas früh, für Agrarjournalisten nicht, sie sind es wie ihre Leser gewohnt, früh aufzustehen. Aber wenn man dann am ersten Tag der Internationalen Grünen Woche den Eingang der Messe in Berlin passiert hat, und dann durch die ersten Hallen marschiert, dann bekommt man doch Zweifel: Da werden an den Messeständen noch die letzten Feinheiten zusammengezimmert, da wird daneben nach getaner Arbeit der Stand gekehrt und die, die ganz schnell sind, räumen schon die Ware in die Regale ein.

Habe ich wirklich die richtige Uhrzeit in den Terminkalender eingetragen oder bin ich doch viel zu früh? Die Zweifel lösen sich beim Betreten der Bayernhalle auf. Da wandelt sich das Bild komplett. Alles ist komplett fertig, aus dem einen oder anderen Stand strahlt einem ein Lächeln entgegen, aber die meisten Standbesatzungen und auch schon einige Gäste haben sich vor der Bühne in der Halle versammelt. Pünktlich um 8 Uhr spielt da die Blasmusik, dann als Kontrastprogramm die sonoren Töne von Alphörnern und dann tritt der Landwirtschaftsminister ans Mikrophon und begrüßt seine Aussteller. „Bayern erobert mal wieder Berlin“, das ist die zentrale Botschaft für die nächsten neun Tage für die Bayern auf der IGW. Und das ist kein leeres Versprechen. Während man durch die übrigen Hallen auch tagsüber einigermaßen zügig durchkommt, herrscht in der Bayernhalle beinahe immer Dauerstau. Bayern zieht, das ist eine gute Botschaft für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum.

Aber wird das auch so bleiben? Daheim finden landauf, landab die Winterversammlungen statt und ein zentrales Thema ist dabei die neue Düngeverordnung. Und meistens gehen die Bauern frustriert nach Hause. Schon das Erstellen der Düngebedarfsplanung macht einigen Aufwand. Das richtig böse Erwachen wird aber vor allem für die Tierhalter erst kommen, wenn die Düngebilanz fällig ist. Dass in der Bedarfsermittlung nur 50 Prozent des Güllestickstoffs angesetzt werden müssen, dass dieser Wert in der Düngebilanz zu 100 Prozent zu Buche schlägt, das ist nur eines der Details.

Ja, richtig, im Durchschnitt Bayerns reichen die Flächen, um den Anfall von Gülle und Gärrest aufzunehmen und ordnungsgemäß zu verwerten. Aber oft sind die Entfernungen groß und der zusätzliche Bürokratieaufwand ist für die Ackerbauern wenig Motivation, organischen Dünger einzusetzen.

Auch interessant