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GVO

GV-Raps ausgesät

Rapsfeld
Redaktion
am
04.01.2019

Spuren von gentechnisch veränderten Sorten im Rapssaatgut - auch neun bayerische Landwirte betroffen

In mehreren Bundesländern ist Rapssaatgut ausgesät worden, das Spuren von gentechnisch veränderten (GV) Sorten enthält. Die Pflanzen der betroffenen Partien müssen nun vor der Blüte vernichtet werden. Wie die Landwirtschaftsministerien aus Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen unisono mitteilten, handelt es sich bei der Verunreinigung um glyphosat-tolerante Rapspflanzen vom Typ GT73. In der EU habe dieser Raps zwar eine Zulassung als Lebens- oder Futtermittel, dürfe aber nicht angebaut werden. Ein Risiko für Mensch und Tier sei nicht zu erwarten.
Das verunreinigte Saatgut sei auf Flächen in zehn Bundesländern ausgesät worden. Laut Behördenangaben stellten französische Kontrolleure die Kontamination des konventionellen Rapssaatgutes fest. Sie informierten anschließend die EU-Kommission und diese wiederum im November die Mitgliedstaaten. Der Anteil des GV-Rapses soll weniger als 0,1 % betragen. Unklar sei, weshalb die Weitergabe der Informationen erst so spät erfolgte.

Unschädliche Beseitigung nötig

Wie das bayerische Umweltministerium mitteilte, wurden auch im Freistaat neun Landwirte mit dem verunreinigten Raps-Saatgut beliefert. Sie wurden von den zuständigen Regierungen ermittelt und werden informiert. Landwirte, die das Saatgut ausgesät haben, erhalten mit den Regierungsschreiben Maßnahmenvorschläge zur unschädlichen Beseitigung aufgewachsener Pflanzen, die mit den den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten  vor Ort abgestimmt werden können.
Die deutsche Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft warnte unterdessen, dass Rapssaatgut 20 Jahre lang keimfähig im Boden überdauern könne. Solange bestünde auch ein Risiko, dass vereinzelt gentechnisch veränderter Raps keimen könne. Die Verursacher müssen für den entstehenden Schaden der Bäuerinnen und Bauern aufkommen, im Zweifel der neue Monsanto-Eigentümer Bayer.

Mit Material von AgE/STMUV
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