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Kastenstände

Habeck will die Sau rauslassen

Zuchtsauen
pd
am
03.04.2017

Hannover - Die Agrarminister der Länder haben auf ihrer Konferenz sich dafür ausgesprochen, dass Sauen nicht mehr wochenklang in Kastenständen und Abferkelgittern fixiert werden dürfen. "Sauen sollen wieder mehr Bewegungsfreiheit und mehr Platz erhalten. Das ist ein wegweisender Beschluss“, sagte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck am 31. März 2017 nach der Konferenz in Hannover.

Die fachlichen Grundlagen für eine entsprechende Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung soll eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeiten.

Für neue Ställe sollen die Änderungen unmittelbar gelten, für Altställe soll es eine angemessene Übergangszeit geben. „Das bedeutet ohne Frage eine große Änderung für die Landwirtschaft, das ist uns vollauf bewusst. Damit die Tierhalter und Tierhalterinnen diesen Weg hin zu einer tiergerechteren Sauenhaltung auch wirtschaftlich gehen können, ist eine Übergangszeit notwendig,“ sagte Habeck.

Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg hatte kürzlich entschieden, dass die meisten derzeitigen Kastenstände, in denen Sauen 28 Tage zur Besamung gehalten werden, tierschutzwidrig sind.

Nationale Nutztierstrategie angestrebt

Zugleich stimmten die Agrarminister für einen Antrag Schleswig-Holsteins für eine nationale Nutztierstrategie. „Wenn wir es schaffen, gemeinsam zu definieren, wie die Nutztierhaltung in Deutschland in 20 Jahren aussehen soll und den Landwirten damit eine Perspektive und Sicherheit geben, dann kann es gelingen, die gesellschaftlichen Anforderungen an die Tierhaltung zu erfüllen, ohne die Betriebe hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Situation zu überfordern“, so formulierte Habeck eine Sichtweise.

Ein weiterer Punkt ist der Beschluss zu künftigen Umgang mit der Geflügelpest, der ein stärker abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund  und Ländern fordert und vor allem einen stärkeren Fokus auf die virologische Untersuchungen von Handelswegen mit tierischen Produkten legt.

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