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Debatte zur Düngeverordnung

Heidl: "Übertriebene praxisfremde Gängelei"

Walter Heidl
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
09.04.2019

Offener Brief an Julia Klöckner zur geplanten Verschärfung der Düngeverordnung.

Vor einer „übertriebenen praxisfremden Gängelei“ angesichts einer erneuten Änderung der Düngeverordnung warnt der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl. In einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner fordert Heidl eine Rückkehr zur fachlichen Diskussion sowie zu praktikablen Regelungen im Düngerecht.

Neben der vorgesehenen pauschalen Unterdüngung in roten Gebieten kritisiert Heidl unter anderem weitere Verschärfungen bei der Herbstdüngung, eine Ausweitung der Sperrfrist bei Grünland sowie eine Einschränkung der Herbstgabe auf 60 kg Stickstoff. Zudem seien die bisherige Abgrenzung und Größe der roten Gebiete nicht tragbar und müssten dringend überarbeitet werden.

Die geplanten Verschärfungen könnten weit über die Düngung hinausgehende existenzgefährdende Auswirkungen haben, heißt es in dem Schreiben. Durch die Beschränkung der bisherigen Gülleausbringungsmöglichkeiten und kurzfristig nicht zu schaffendem zusätzlichen Lagerraum könnten gerade kleinere und mittlere Betriebe zur Aufgabe der Tierhaltung gezwungen sein und ihre Existenzgrundlage verlieren, so der BBV-Präsident.

Strikte Absage von den Gärtnern

Unterdessen hat der Zentralverband Gartenbau (ZVG) einer für die nitratbelasteten Gebiete geplanten pauschalen Minderung der Stickstoffdüngung unterhalb des Bedarfs über alle Bereiche und Kulturen hinweg eine strikte Absage erteilt. Der gärtnerische Berufsstand fürchte eine Abwärtsspirale in den erntefähigen Qualitäten vor allem im Gemüsebau bis hin zu Totalausfällen ganzer Anbausätze, erklärte der ZVG.

Verbandspräsident Jürgen Mertz bekräftigte beim Spitzentreffen zur Düngeverordnung im Bundeslandwirtschaftsministerium seine Forderung nach passgenauer Ausrichtung von Maßnahmen zum Gewässerschutz in den nitratbelasteten Gebieten. An die Stelle einer pauschalen Unterdüngung müsse eine differenzierte Betrachtung treten. Notwendig seien praktikable Vorgaben für eine Düngung, die den Gewässerschutz und die Sicherstellung der Erzeugung qualitativ hochwertiger Gemüseprodukte weiterhin ermöglicht.

Mit Material von AgE
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