Login
Milchmarkt

Hogan kündigt neues Hilfspaket an

pd
am
18.07.2016

Brüssel - Der EU-Kommissar stellt ein Hilfspaket in Aussicht, das Anreize für eine Reduzierung der Milchproduktion setzen soll.

EU-Kommissar Phil Hogan hat bei einem Treffen mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und den Agrarministern der Länder am Freitag in Brüssel erneut betont, dass eine Rückkehr zur Milchquote weder politisch noch rechtlich möglich sei. Mit Blick auf die angespannte Lage auf dem europäischen Markt und die geringen Milchpreise kündigte er für das heute stattfindende Treffen der EU-Landwirtschaftsminister jedoch ein weiteres Hilfspaket an, das Anreize für eine Reduzierung der Milchproduktion setzen soll. „Wir haben eine Überschussproduktion auf dem europäischen Markt, und dieser Realität müssen sich die Landwirte anpassen“, sagte der EU-Agrarkommissar nach dem Treffen. „Die Preise sinken wegen dieser Überproduktion. Deshalb müssen Bund, Länder und die EU gemeinsam Maßnahmen beschließen, die tatsächlich zu einer Anpassung der Produktionsmenge und höheren Preisen führt. Es gibt für die Agrarpolitik keine andere Option als die Marktorientierung.“

In diesem Jahr seien in Deutschland zusätzliche 650.000 Tonnen Milch produziert worden, sagte Hogan. „Die Landwirte können, wenn sie bessere Preise wollen, nicht auf diesem Niveau weiter produzieren. Wir brauchen die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen EU und Deutschland, um die Lage der Milchbauern zu verbessern.“

Hogan wies darauf hin, dass es aus Brüssel für die Milchbauern bereits Unterstützung gebe. In den vergangenen Monaten habe die Kommission alle zur Verfügung stehenden Instrumente mobilisiert. Dazu gehören 420 Mio. Euro gezielter Beihilfen und die Unterstützung durch den öffentlichen Ankauf von Butter, Käse und Magermilchpulver sowie Beihilfen zur privaten Lagerung dieser Produkte. Diese Hilfsmaßnahmen betrafen 2015 rund 2,8 Millionen Tonnen Milcherzeugnisse.

Auch interessant