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Politik

Hogan sieht Chancen in Milchquotenende

von , am
31.03.2015

<b>Brüssel</b> - Die Milchquote habe Landwirte bisher daran gehindert, weltweit zu expandieren. Landwirtschaftliche Betriebe könnten nun von der steigenden Nachfrage nach Milchprodukten in anderen Weltregionen profitieren, so die Einschätzung von Hogan.

Phil Hogan © Werkbild
Zum Auslaufen der Milchquotenregelung am morgigen Mittwoch hat Phil Hogan, Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, heute erklärt: "Das Ende des Zeitalters der Milchquote markiert das Ende eines Kapitels in der Geschichte des europäischen und auch globalen Milchsektors. Es stellt den Beginn eines neuen Kapitels dar, eine neue Epoche ohne Produktionseinschränkungen."
Die Milchquote hinderte Landwirte bisher daran, weltweit zu expandieren. Landwirtschaftliche Betriebe können nun von der steigenden Nachfrage nach Milchprodukten in anderen Weltregionen profitieren. Die globale Nachfrage nach Milchprodukten wird Schätzungen zufolge mit einer jährlichen Rate von 2,1 Prozent wachsen. Insbesondere verarbeitete Milchprodukte, wie etwa Joghurt und Käse, werden verstärkt nachgefragt.
Mitgliedstaaten können Landwirte trotz Fall der Milchquote auch weiterhin unterstützen. Sie können „entkoppelte“ Direktzahlungen der Gemeinsamen Agrarpolitik leisten. Zudem können sie entlegene Gebiete unterstützen und haben die Möglichkeit fakultativ-gekoppelte Zahlung für bestimmte Regionen oder Sektoren, die sich in Schwierigkeiten befinden, zu leisten.
Im Zuge der Einführung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik von 2013 haben 18 Mitgliedstaaten gekoppelte Zahlungen für den Milchsektor eingeführt; die hierfür vorgesehenen Mittel belaufen sich im Jahr 2015 auf mehr als 800 Mrd. Euro. Extreme Preisschwankungen können durch den öffentlichen Ankauf von Butter und Magermilchpulver oder den Regelungen zur privaten Lagerhaltung abgefedert werden.
Seit letztem Jahr können landwirtschaftliche Betriebe die Milchmarktbeobachtungsstelle nutzen. Diese stellt Daten und Analysen zum Milchmarkt bereit und macht den Milchmarkt so für Landwirte transparenter.
Die Milchquote wurde 1984 als Reaktion auf die "Milchseen" und "Butterberge" in der EU eingeführt. Die Produktion von Milcherzeugnissen überstieg damals die Nachfrage bei weitem. Die Quotenregelung war eines der Instrumente zur Überwindung dieser strukturellen Überschüsse in der EU. Bereits 2003 wurde das Ende der Milchquote beschlossen. (pd)
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