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Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)

Hogan warnt vor Renationalisierung der GAP

aiz
am
07.03.2017

Paris - Auf der größten französischen Landwirtschaftsmesse, "Salon de l'Agriculture", die vom 25. Februar bis 5. März in Paris stattfand, wies EU-Kommissar Phil Hogan auf die Bedeutung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) hin.

Landwirte könnten nach seiner Ansicht bei nationalen Alleingängen nur verlieren, so Hogan. Er warnte die französischen Landwirte indirekt vor einer Stimme für die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen. Die Landwirte wären die Verlierer, wenn die Agrarpolitik von Brüssel nach Paris verlagert werde, betonte Hogan.

Der Agrarkommissar zog in diesem Zusammenhang einen Vergleich mit dem Brexit. Die britischen Landwirte würden durch einen EU-Austritt ihre Direktzahlungen und das Sicherheitsnetz der GAP nach 2020 verlieren. Die britische Regierung habe bisher keinen Ersatz für ihre Landwirte vorgeschlagen, weshalb Hogan vor einer drohenden "Tragödie" warnte. Unter einer Präsidentin Le Pen, die ein Referendum über den Verbleib Frankreichs in der EU abhalten möchte und sich für eine rein französische Agrarpolitik ausspricht, drohe den Landwirten eine ähnliche Entwicklung wie ihren britischen Kollegen, so Hogan. Frankreich bekomme jährlich 9 Mrd. Euro an Direktzahlungen aus dem EU-Haushalt, was in der Diskussion um die GAP manchmal vergessen werde. Der von der Krise geprägten französischen Landwirtschaft bot Hogan neue Instrumente der Einkommensabsicherung im Rahmen der nächsten GAP-Reform an. Zudem kündigte der Kommissar eine Marktbeobachtungsstelle für Zucker, Getreide und Ölsaaten an . Diese solle noch vor der Sommerpause eingerichtet werden.

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