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Dialekt

Hosd mi? oder alles verstanden?

Bayern Dialekt
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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
22.02.2018

Heid – oiso Middwoch, wenn des Editorial zum Schreibn is – is Tag des Dialektes. Oiso hob i mia denkt, na probiersd as hoid im Dialekt.

Sepp Kellerer

Ob des hihaud, muass se oba erst rausstelln, wei Dialekt ist wos, wos ma red. Beim Schreibn werds schwierig, wei do miassd ma fast de Laudschrift mid ogebn und des sprengd an Plods.

Und nachad natürle de Frog, wos nimmsdn für an Dialekt. Oan Absatz fränggisch, oan aus da Owapfoiz, oan mid a Mischung aus ober- und niederboaresch und oin füa de Schwoba? Und wos mach i dann mid unsere österreichischen Leser? Des konns a ned sei, wei des werd erschdns a gscheids Durchanand und zwoadns soi ma auf koan Fall an Dialekt vawendn, den ma ned beherrscht. Wos drittns no dazuakimmt: Da Dialekt is ja ned nur landsmannschaftlich geprägt, sondan er hod alle paar Kilometa weida seine Eignheitn und Ausprägungen.

Iatz kannd i ganz oafach sogn, na nimm i hoid mein Dialekt, der kam aus Niederbayern mid an ganz an leichdn oberpfälzer Eischlog und is wahrscheinle über die Jahre in Minga obgschliffa worn. Vielleichd is oba gscheida, wann i wieda zo da Schriftsproch zruck geh, bevors ma olle aussteigds.

Das Thema möchte ich aber noch nicht wechseln. Ich meine aber nicht den Dialekt, den soll bitte jeder daheim ausleben und mit zunehmender Entfernung zur Heimat so weit modifizieren, dass er verstanden wird.

Womit wir jetzt wieder beim Kern des Ganzen wären. Es ist sicher häufig so, dass wir vom Gleichen reden und was anderes verstehen. Und selbst wenn wir noch das Gleiche verstehen, haben wir dann auch eine zumindest ähnliche Position? Wahrscheinlich nicht, weil die auch vom eigenen Betrieb bestimmt wird. Die Interessen eines Milchviehhalters sind anders als die eines Schweinemästers, die eines Biogasbetriebes anders als die eines Direktvermarkters und die eines konventionellen Ackerbauern sind anders als die eines Ökolegehennenhalters.

Wenn jeder mit seiner eigenen Sichtweise nach draußen geht, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn außerhalb der Landwirtschaft nur noch ein babylonisches Sprachgewirr ankommt, das kein Gehör findet. Wenn ich ein bisschen träumen darf, dann wäre mein Traum, dass die Landwirtschaft intern durchaus hart um einheitliche Positionen ringt, die aber dann mit einer Stimme nach draußen trägt.

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