Login
Klarheit

Hüh und Hott zu gleicher Zeit

Thumbnail
Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
12.01.2017

München - Als Unternehmer muss man sich den Anforderungen und Wünschen der Kunden anpassen und dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen beachten. Das ist für Sie, liebe Leser, nichts Neues, denn Bäuerinnen und Bauern sind unstrittig auch Unternehmer. Und wir sind uns sicher, dass Sie diesen Grundsatz auf Ihren Betrieben auch gern berücksichtigen würden.

Sepp Kellerer

Um den Anforderungen und Rahmenbdingungen aber gerecht werden zu können, müssen diese klar sein. Und da hakt es vor allem bei den Rahmenbedingungen an allen Ecken und Enden. Da weiß die Linke nicht, was die Rechte tut.

Das wurde auf einer Tagung in Berlin jüngst wieder überdeutlich, auf der es um die Probleme und die Perspektiven der Nutztierhaltung ging (Seite 32). Uns blieb nichts anderes übrig, als über diesen Beitrag die Überschrift zu setzen „Mehr Fragen als Antworten“. Auf der einen Seite steht da selbstverständlich die Forderung der Verbraucher nach mehr Tierwohl im Raum. Wer will ernsthaft behaupten, dass sich eine Kuh in einem modernen Laufstall mit Laufhof nicht wohler fühlt als in dem finsteren Loch mit Kette, wie wir es aus den Bauernhofmuseen kennen. Das Ganze gipfelt in der Forderung, die Anbindehaltung bei Rindern zu verbieten, die von den Grünen in den Raum gestellt wurde. Es sei hier am Rand notiert, dass diese Partei bei diesem Thema inzwischen ganz still geworden ist, weil sie gemerkt hat, dass sie damit vor allem die von ihr hofierten kleinen Betriebe trifft.

Zurück zur Tierhaltung. Da steht auch die Forderung im Raum, die Emissionen aus der Tierhaltung drastisch zu reduzieren. Auf der Tagung wurden für einen Tierplatz im Liegeboxen-Laufstall 14,57 kg an Ammoniak-Emissionen pro Tierplatz und Jahr genannt. Im Anbindestall dagegen seien es nur 4,86 kg.

Wer sich in letzter Zeit mit dem Gedanken beschäftigte, einen Schweinestall zu bauen, der kennt das Thema auch. Offenställe, die den Tieren ermöglichen würden, Frischluft zu schnappen, haben bei den Landratsämtern derzeit ganz schlechte Karten. Wenn die Tiere dagegen in einem Bauwerk hermetisch abgeriegelt sind, dann steigen die Chancen auf eine Genehmigung deutlich an.

Ähnliches ist auch beim Düngerecht zu befürchten. Da sollen die Stickstoffemissionen aus organischem Dünger gesenkt werden, es ist aber zu befürchten, dass die Vorschriften dazu eine sinnvolle Verwertung eben dieses Stickstoffs durch die Pflanzen eher behindern.

Auch interessant