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Umwelt

Insektensterben: Umweltministerium sieht Landwirtschaft als Faktor

Kleiner Fuchs
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
28.08.2017

München - Das bayerische Umweltministerium sieht die Ursachen für das Insektensterben im Klimawandel, Flächenversiegelung und der intensiven Landwirtschaft. Dies geht aus einer Antwort auf eine Anfage der SPD hervor.

Als Ursachen für die Veränderung der Biodiversität betrachtet das Ministerium mehrere Punkte. Zu nennen seien hier beispielhaft der Klimawandel, der Lebensraumverlust durch Versiegelung der Böden oder ein hoher Flächenverbrauch. Auch die intensive Landnutzung einschließlich des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln sei hierbei ein maßgeblicher Faktor. So seien landwirtschaftlich genutzte Flächen vielfach stärker an Arten und Individuen von Schmetterlingen verarmt als Siedlungsgebiete, in denen es immer wieder Brachflächen, unbehandelte Bereiche oder gezielt angelegte kleinere Biotopflächen gebe.

Bei der Beurteilung des Rückgangs von Schmetterlingen durch eine direkte Schadwirkung von Pflanzenschutzmitteln zeigt sich das Ministerium zurückhaltend: Dazu lägen bislang zu wenige Daten vor. Dies gelte auch für das Herbizid Glyphosat, das nicht unmittelbar auf Schmetterlinge und deren Raupen, sondern eventuell auf die Futterpflanzen der Schmetterlinge einwirken könnte. Vorrangiges Ziel sei es, das Risiko, das aus der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen könne, weiter zu reduzieren. So sehe auch der Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) die Reduktion von Risiken und nicht eine pauschale Mengenreduktion vor. Pauschale Reduktionen ließen den Nutzen und die Eigenschaften der Pflanzenschutzmittel und die mit ihrer Anwendung verbundenen Risiken unbeachtet.

Dass ein Rückgang bei den Insekten eingetreten sei, leitet das Ministerium aus Literatur- und Sammlungsdaten, teilweise auch mit Hilfe von Zeitzeugen, ab. Auf diese Weise hätten z. B. im Raum Regensburg Experten innerhalb von 175 Jahren einen Artenrückgang bei Schmetterlingen um rund 40 % dokumentiert. Programme zur Dauerbeobachtung von Schmetterlingsarten seien in den letzten Jahren angelaufen, z. B. im Rahmen des FFH-Monitorings oder als Bestandteil von Artenhilfsprogrammen (z. B. Apollofalter). Ein Ausbau des Langzeit-Monitorings zur Entwicklung der Insektenfauna in Bayern sei geplant.

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