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Wolfsmanagement

Jagdverband stuft Erhaltungszustand des Wolfes als günstig ein

Wolf in Bayern
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
15.11.2017

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Umweltministerkonferenz aufgefordert, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse für das Wolfsmanagement zu berücksichtigen.

Anlässlich der kommenden Umweltministerkonferenz (UMK) unter Vorsitz des Landes Brandenburg fordert der Deutsche Jagdverband (DJV), neue wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich des Wolfsmanagements zu berücksichtigen. So empfehle der Genetiker Prof. Dr. Sven Herzog, TU Dresden, in einer gerade veröffentlichten Untersuchung, die Definitionen einer „Wolfspopulation“ zu vereinheitlichen.

Der Umstand, wie man eine Wolfspopulation einstuft, hat einen entscheidenden Einfluss auf die Tierzahl. Laut den "Leitlinien für Managementpläne für Großraubtiere in Europa auf Populationsebene" (Linnell 2008) ist der günstige Erhaltungszustand einer isolierten Wolfspopulation mit etwa 1000 erwachsenen  Individuen erreicht. Ist eine Population mit anderen Populationen so vernetzt, dass die Zuwanderer eine genetische und demographische Wirkung haben, so kann ein Bestand von mehr als 250 erwachsenen Tieren ausreichen, um den Bestand als „nicht gefährdet" einzustufen.

Je nachdem, ob man nun die Population in Mitteleuropa als vernetzt oder nicht betrachtet, variiert die Tierzahl zur Einstufung für einen günstigen Erhaltungszustand um das vierfache.

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