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US-Präsidentschaftswahlen

Kandidaten setzen in Agrarpolitik verschiedene Schwerpunkte

aiz
am
07.11.2016

Brüssel - Trump will Landwirte vor Umweltauflagen schützen - Clinton sucht den Kompromiss.

Donald Trump

In den USA wird am 8. November 2016 eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident gewählt. Laut Umfragen wird es zwischen den beiden Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump knapp.

Der Republikaner will im Falle seines Sieges die Landwirte von zahlreichen Umweltauflagen befreien. Trump bemüht sogar alte Mythen, nach denen die Farmer der Ursprung und das Rückgrat der amerikanischen Nation sind. Kostspielige und in seinen Augen zumeist unwirksame Auflagen für die Artenvielfalt und den Gewässerschutz will Trump als Präsident deutlich zurückschrauben. "Landwirte kümmern sich mehr um die Umwelt als radikale Umweltschützer", betont Trump in seiner eindeutigen Art, die das Anecken zum Programm macht.

Clinton muss dagegen als Mitglied der bisherigen Regierung vorsichtiger vorgehen. Sie weiß um die bürokratischen Bürden, unter denen auch die Landwirte in den USA leiden und um die Kritik an immer mehr Einschränkungen für die Produktion. Die Demokratin will deshalb die Auflagen des "Endangered Species Act" und des "Clean Water Act" möglichst freundlicher für Landwirte gestalten und eventuell einen Ausgleich gewähren. Die Agrarförderungen der Farm Bill unterstützen beide Kandidaten.

Trump gegen GVO-Kennzeichnung - Clinton sucht Mittelweg

In Bezug auf die grüne Gentechnik steht in den USA eine verpflichtende Kennzeichnung von GVO zur Debatte. Trump lehnt eine Kennzeichnung ab, die nach seiner Ansicht die Konsumenten verwirrt und den Bauern schadet. Clinton setzt bei der GVO-Kennzeichnung auf eine einvernehmliche Lösung mit der Lebensmittelindustrie und den Landwirten.

Hillary Clinton


Brüssel sieht Clinton als geeignete TTIP-Verhandlungspartnerin

Handelsabkommen mit der EU und mit Asien wollen beide Kandidaten nur noch abschließen, wenn sie eindeutige Vorteile für die USA haben. Trump lehnt dabei eine Öffnung des US-Marktes deutlicher ab als Clinton. Sollten die Republikaner die TTIP-Verhandlungen überhaupt wiederaufnehmen, wird sich Trump voraussichtlich für umfangreiche US-amerikanische Fleischlieferungen in die EU einsetzen, aber im Gegenzug europäische Käseimporte kaum zulassen. Clinton bleibt TTIP und Europa freundlicher gesonnen. Die Demokratin wird inzwischen in der EU als geeignete Verhandlungspartnerin angesehen, die auf die Empfindlichkeiten der Europäer eingeht und nur noch Handelsabkommen mit ambitionierten Umwelt- und Sozialstandards akzeptieren wird.

Unter dem Strich trägt das eindeutige Bekenntnis Trumps zur Landwirtschaft zu republikanischen Mehrheiten in ländlich und konservativ geprägten Bundesstaaten im mittleren Westen der USA bei. Wahlentscheidend ist die Agrarpolitik aber kaum in der amerikanischen Abstimmung.

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