Login
Kommentar

Klimakiller überall

Sonne brennt vom Himmel und es ziehen Schlechtwetterwolken auf
Thumbnail
Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
14.08.2019

Der jüngste Sonderbericht des Weltklimarates spart nicht mit Kritik an der Landwirtschaft - wie sollen wir damit umgehen?

michel-berger

Der jüngste Sonderbericht des Weltklimarates enthält wenig Neues und spart, wie bereits andere Berichte dieses Gremiums, nicht mit Kritik an der Landwirtschaft. Doch wie geht man aus bäuerlicher Sicht damit um? Eine klassische Abwehrreaktion wäre der Verweis auf andere Klimakiller, seien sie bekannter (Flugverkehr) oder weniger bekannt (Reisanbau). Alternativ ließe sich auf bestimmte Teile des Agrarsektors schimpfen – etwa auf große Konzerne die vom Streben nach Profit
getrieben, Dinge verkaufen, welche eine bäuerliche Landwirtschaft
eigentlich nicht braucht und somit das natürliche Gefüge der Welt aus dem Gleichgewicht bringen sollen. Oder man lernt von Organisationen wie der IG Bau (Klimakiller
Zement), die zwar nicht für ihre Flexibilität berühmt sind aber seit Kurzem dazu aufrufen, bei den Fridays for Future-Demonstrationen mitzulaufen – alles, um ja nur selbst bei den „Guten“ dabei zu sein.
Allerdings halte ich keinen dieser Wege für wirklich zielführend. Bekanntlich zeigen, wann immer man mit dem Finger auf andere deutet, mindestens drei Finger auf einen selbst.
Für viel wertvoller halte ich es, Wege zu suchen, die die Landwirtschaft auch in der gesellschaftlichen Diskussion nach vorne bringen. Hier schadet der Blick über den Tellerrand nicht: In Australien gibt es seit 2015 zum Beispiel das Netzwerk „Farmers for Climate Action“, eine bäuerliche Nichtregierungsorganisation, die sowohl Mitglied im größten australischen Bauernverband als auch einer der größten dortigen Klimaschutz-
organisationen sind. Ihr Ziel ist es, ohne Ideologie (groß gegen klein, öko gegen konventionell) den Klimaschutz auf den Betrieben zu verbessern und die Bevölkerung über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft zu informieren. So ein Ansatz wäre auch hierzulande sehr zu begrüßen. Wer macht es?

 

Mehr zum Thema finden Sie hier https://www.agrarheute.com/wochenblatt/politik/landwirtschaft-ernaehrung-aendern-556762

Auch interessant