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El Niño

Klimawandel nicht aufzuhalten

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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
24.11.2016

München - Das Jahr 2015 war ein schlechtes für das Weltklima.

Simon Michel-Berger

Die globalen Emissionen von Kohlendioxid stiegen um rund 23 Milliarden Tonnen auf den höchsten Wert, der je gemessen wurde – wahrscheinlich den höchsten, seit es die Menschheit gibt.Zum Vergleich: Der Zuwachs entspricht ungefähr 2/3 der Menge an Kohlendioxid, die die Menschheit jährlich durch Verbrennung fossiler Energieträger erzeugt (36 Mrd. t).

Doch Grund dafür war nicht der Mensch, sondern die Natur. Das Wetterphänomen „El Niño“ sorgte dafür, weil durch die Erwärmung die Landbiosphäre, also die Gesamtheit aller Lebewesen auf dem Festland, weniger CO2 als sonst aufnehmen konnte. Wieder einmal zeigt sich, wie klein der Mensch ist. Noch so sehr (oder eher: noch so mäßig) kann sich die Menschheit um eine Senkung ihrer Produktion von Klimagasen bemühen. Die Natur durchkreuzt mit Leichtigkeit alle Pläne.

Doch trotzdem gilt es, sich zu bemühen. Die meisten Wissenschaftler glauben nicht, dass es der Menschheit gelingen wird, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Eher drei Grad scheinen derzeit wahrscheinlich.

Das wird massive Folgen für die Landwirtschaft haben – auch bei uns, aber in erster Linie in den ärmsten Ländern der Welt. Wenn in einigen Jahrzehnten die Produktion von Agrarerzeugnissen in den Tropen und Subtropen nur noch ein Schatten ihrer heutigen selbst ist, muss auch Europa bereit sein. Dazu gehört schon heute die Anpassung an den Klimawandel, aber auch die intensive Bemühung darum, den Ausstoß von Klimagasen – auch in der Landwirtschaft – zu senken.

Und in der Bundespolitik? Dort scheint man eher bemüht darum zu sein, noch etwas länger an der Braunkohle festzuhalten, als beispielsweise die Bioenergie auf sinnvolle Weise zu fördern.

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