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Waldschutz

Kommt der Masterplan für den Wald?

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Externer Autor
am
08.08.2019

800 Millionen Euro als Hilfen in den nächsten vier Jahren in Aussicht gestellt.

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Moritzburg/Bonn Angesichts der Schäden in den deutschen Wäldern fordern die für den Forst zuständigen Landwirtschaftsminister von CDU und CSU vom Bund, in den nächsten vier Jahren den Ländern 800 Mio. € als Hilfen zur Verfügung zu stellen. Die Ressortchefs aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen einigten sich vergangene Woche bei ihrem Treffen auf einen Masterplan für Deutschlands Wälder, die „Moritzburger Erklärung“.

Schnell aber auch langfristig helfen

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Die Mittel sollten für akute, aber auch langfristige Maßnahmen zum Erhalt des Waldes zur Verfügung gestellt werden. Der Masterplan umfasst folgende Themen:

  • Klimaschutz durch nachhaltige Waldbewirtschaftung,
  • Schadensbeseitigung, Walderhalt und klimaangepasster Waldumbau,
  • Waldbrandbekämpfung,
  • Angewandte Forschung,
  • Holzverwendung und Innovation
  • sowie Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung.
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Die Ressortchefs betonen, dass die Beseitigung der Waldschäden und die Wiederaufforstung gesamtgesellschaftliche Aufgabe seien. Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt forderte, den Waldumbau noch mehr als bisher auf das sich ändernde Klima auszurichten. Dabei sei man auch auf eine intensive Forschung angewiesen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner machte deutlich, dass man vor einer immensen Aufgabe stehe, die der Bund und die Länder gemeinsam angehen müssten. Für September kündigte sie einen „Nationalen Waldgipfel“ an.

Die „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) – Die Waldeigentümer“ und der Deutsche Forstwirtschaftsrat begrüßten die „Moritzburger Erklärung“. AGDW-Hauptgeschäftsführer Alexander Zeihe sprach davon, vor einer „Jahrhundertherausforderung für den Wald“ zu stehen. Sturmschäden, die langanhaltende Dürre und der Befall mit Borkenkäfern hätten dafür gesorgt, dass mehr als 110 000 ha wieder aufgeforstet und zuvor von befallenem Schadholz geräumt werden müssten; allein das seien schon 70 Mio. Festmeter.

Grüne und FDP kritisieren späte Einsicht der Union

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken zeigte sich „befremdet“, dass beim Waldgipfel lediglich Forstminister der Union zusammengekommen seien. Sie wies darauf hin, dass in ihrem Bundesland bereits auf einen breiten gesellschaftlichen Dialog gesetzt werde. Dazu gehörten auch die Umweltverbände und Arbeitnehmervertretungen. Als erfreulich wertete die Grünen-Politikerin, dass Klöckner und die Union mittlerweile erkannt hätten, dass 25 Mio. € Soforthilfe für die nächsten fünf Jahre bei weitem nicht ausreichten, um den Wald auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Der forstpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Karl-Heinz Busen, forderte im Vorfeld des Treffens der Unions-Minister, dass zur Rettung der Wälder dringend alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden müssten. Klöckner müsse das Waldsterben ernst nehmen. Ein Waldgipfel der Union und die Forderung nach Haushaltsmitteln von mehr als 1 Mrd. € würden nicht ausreichen. Nötig sei eine „echte Task Force“ zur Rettung der Wälder.

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