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Ernährung

Konzerne planen Nährwertkennzeichnung

Nährwertkennzeichnung
Was steckt in den Lebensmitteln? Einige Konzerne planen eine Farbkodierung einzuführen. Die EU hat eine derartiges Vorhaben bereits einmal verworfen. © Imago/UPI Photo
von , am
07.12.2017

Sechs groß, multinationale Konzerne haben eine Farbkodierung für die Nährwerte in Lebensmitteln vorgeschlagen.

Copa und Cogeca sprachen sich diese Woche gegen eine durch sechs große multinationale Konzerne vorgeschlagene gemeinsame Nährwertkennzeichnungsinitiative aus. Nach Ansicht der Verbände führt die Kennzeichung die Verbraucher in die Irre und droht der Gewährleistung einer gesunden, nahrhaften und ausgewogenen Ernährung zuwider zu laufen.  

Anlass war eine gemeinsame Sitzung einer Gruppe für Ernährung und körperliche Betätigung sowie der EU-Plattform für Ernährung, körperliche Betätigung und Gesundheit.

Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen sagte: „Die EU hat eine Farbkodierung auf Lebensmitteln und Getränken – die sogenannte Ampelkennzeichnung – bereits vor einigen Jahren abgelehnt, da sie die Verbraucher in die Irre führen würde. Wir sind gegen dieses Vorhaben, da Kennzeichnungssysteme per Farbkodierung sich ausschließlich auf bestimmte Nährstoffe konzentrieren und den Gesamtbeitrag eines landwirtschaftlichen Erzeugnisses zu unserer Ernährung ignorieren.“

Landwirtschaftliche Erzeugnisse sind viel mehr als nur Energie, Salz, Zucker und Fett – sie sind wichtige Lieferanten verschiedener lebenswichtiger Nährstoffe. Sie enthalten viele verschiedene Vitamine (A, B1, B2, B3, B5, B7, B12, C, D, E, K und Folsäure), Ballaststoffe, essenzielle Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren sowie Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Magnesium, Kalium, Phosphor, Selen und Zink.

„In ernährungswissenschaftlichen Empfehlungen kommen alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse vor. Sie sind ein essenzieller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Wir fragen uns, ob andere Produkte das auch von sich behaupten können“, sagte die Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Lebensmittel“ von Copa und Cogeca, Annette Toft.

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