Login
Öffentlichkeit

Bei Kritik sich einbringen

Demo gegen Landwirtschaft
Thumbnail
Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
05.04.2018

Die Kritik an der eigenen Arbeit mit den richtigen Antworten zu kontern ist ein Wunsch vieler. Eines solte aber nicht vergessen werden: Nicht jede Kritik ist automatisch eine Beleidigung.

Simon Michel-Berger

Welcher Landwirt kennt so eine Situation nicht? Man wollte eigentlich etwas ganz anderes machen, auf dem Acker, beim gemütlichen Beisammensein im Wirtshaus oder beim Elternsprechtag in der Schule. Aber auf einmal ist da diese Kritik: „Du bist doch ein Bauer, kannst Du mir mal sagen, warum die industrielle Landwirtschaft...“ Der Tag ist dann meistens gelaufen. Umso schlimmer, wenn einem in so einer Situation gerade die eine oder andere Sache nicht einfällt, die man hinterher umso lieber gesagt hätte.

Damit es Ihnen beim nächsten Mal nicht so gehen muss, finden Sie auf der folgenden Seite eine kleine Argumentationshilfe. Sie ist sicher keine ausführliche Vorbereitung für eine lange Diskussionsrunde. Aber sie enthält viele hilfreiche Ansatzpunkte, den schnellen Seitenhieb gegen die Landwirtschaft zu kontern.

Bei allem Wunsch, die Kritiker an der eigenen Arbeit mit einer perfekten Antwort zum Schweigen zu bringen, sollte jedoch eines nicht vergessen werden: Nicht jede Kritik ist automatisch eine Beleidigung. Vielmehr kann sie auch eine Chance sein, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen und sie so dazu zu bringen, Standpunkte zu überdenken. Das gilt in beide Richtungen. Auch die Landwirtschaft muss den Verbrauchern immer wieder zuhören und von deren Wünschen und Vorstellungen lernen. Ein „Ende“ der Debatte wird es dabei niemals geben und das ist, bis zu einem gewissen Grad, auch gut so. Denn es zeigt, dass die Landwirtschaft die Menschen nicht kalt lässt.

Verleumdung oder Mobbing muss sich deswegen niemand bieten lassen. Aber auch ein Bündnis wie „Wir haben Agrarindustrie satt“, das jedes Jahr in Berlin eine Großdemonstration für eine andere Agrarpolitik veranstaltet, distanziert sich mittlerweile offiziell von anonymer Kritik an Landwirten. Das zeigt: Alle sollten sich in die Diskussion um die Landwirtschaft einbringen.

Auch interessant