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Volksbegehren Artenvielfalt

Landwirt dreht den Spieß um

Bienenweide
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
06.02.2019

Unterschreiben und damit die Verantwortung abgeben? "So nicht!", dachte sich ein mittelfränkischer Landwirt und gab eine originelle Anzeige auf.

"Nicht nur unterschreiben, sondern auch handeln!", schreibt der Landwirt aus dem Nürnberger Land in seiner Anzeige auf Ebay Kleinanzeigen. Wie er das meint? Er bietet an, insgesamt 2 ha seines Ackerlandes zu einer mehrjährigen Bienenweide umzuwandeln - finanziert durch Bürger. Für 50 € je 100 m² - inklusive Zertifikat - können sich Verbraucher aktiv am Bienen- und Artenschutz beteiligen. Doch während die "Bienenretter" vor den Rathäusern Schlange stehen um ihre Unterschrift zu setzen (in fünf Tagen wurde die Hälfte der nötigen Stimmen erreicht), bleibt der "Run" auf das Angebot des Landwirts aus. Mittlerweile hat er seine Anzeige erweitert: "Aufgrund der etwas schleppenden Nachfrage, leg ich noch eins drauf. Ich werde bei Erreichung von 1 ha das vermeintlich größte Insektenhotel Bayerns dazu bauen", schreibt er in seiner Anzeige.

Ob demnächst im Nürnberger Land Bayerns größtes Insektenhotel stehen wird? Wir werden sehen. Doch was uns die geringe Beteiligung am Angebot des Landwirts im Kleinen zeigt, wurde durch den Aufruhr um das Volksbegehren im Großen deutlich: Die Vorstellung von einem gemeinsamen Artenschutz, bei dem alle Parteien - Verbraucher, Landwirte und Industrie - ihre Verantwortung wahrnehmen und an einem Strang ziehen, scheint nichts weiter als ein Luftschloss zu sein.

Dass die Anzeige des Landwirts kein Gag der Wochenblatt-Redaktion ist, können Sie hier nachlesen https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/blumenwiese-20-000-m2-artenvielfalt-bienenweide-rettet-bienen/1048179358-239-6366?utm_source=mail&utm_medium=social&utm_campaign=socialbuttons&utm_content=desktop

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