Login
Bürokratie

Landwirte müssen keine Treibhausgasbilanz erstellen

Holzlager
pd
am
20.09.2017

Straßburg - Die Bereiche Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft werden 2020 in die EU-Klimapolitik aufgenommen. Damit verbundene Bürokratie soll Landwirten aber erspart bleiben.

In der jüngsten Plenarabstimmung über die Regeln zur Erfassung der Kohlendioxid-Bilanz der Land- und Forstwirtschaft (LULUCF) sprach sich das EU-Parlament dafür aus, dass die Waldnutzung intensiviert werden darf, wenn Wälder zugleich eine Treibhausgassenke sind. „Dies ist ein wegweisendes Signal für grünes Wachstum im ländlichen Raum und einen wirtschaftlich nachhaltigen Klimaschutz durch die Land- und Forstwirtschaft“, kommentierte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, die Entscheidung.

Das EU-Parlament will - im Gegensatz zum Vorschlag der EU-Kommission - die zukünftige Waldbewirtschaftung nicht an der vergangenen Bewirtschaftungsintensität ausrichten. Gleichzeitig haben sich die Abgeordneten nach Aussage des DBV dafür ausgesprochen, den in der Klimabilanzierung potenziell anrechenbaren Anteil der Treibhausgassenke aus der Waldbewirtschaftung durch Holzprodukte zu erhöhen. Dies stelle ein wichtiges Zeichen für die Bioökonomie und die Substitution fossiler Materialien dar, verdeutlichte Krüsken. „Der Nutzwald ist der „Klimawald“, denn ein solcher Wald kann durch hohe Zuwachsraten und die Holznutzung der Atmosphäre mehr Kohlendioxid entziehen als ein ungenutzter Wald“, unterstrich der DBV-Generalsekretär. Kritisch sei indes, wie es beim DBV heißt, die weiterhin im Verordnungsvorschlag enthaltene Möglichkeit der Neuberechnung der sogenannten Forstreferenzwerte für die künftige Klimabilanzierung des Waldes durch die EU-Kommission.

Ein wichtiges Zeichen sei, wie Krüsken erläuterte, die Klarstellung der Parlamentarier, dass Landwirte und Waldbesitzer trotz Einbeziehung des Bereiches Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft in die EU-Klimapolitik ab 2020 weiterhin keine Treibhausgasbilanzierung vornehmen müssen. Dies solle auch weiterhin für den gesamten Sektor auf nationaler Ebene erfolgen.

Gleichzeitig bekräftigten die Abgeordneten die Festlegung des Pariser Klimaabkommens, nach dem der Klimaschutz die Ernährungssicherheit nicht gefährden dürfe und die Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel verstärkt werden müssen. Die diesjährigen frostbedingten Ernteausfälle im Obstbau sowie die Ernteprobleme beim Getreide aufgrund andauernder Regenfälle verdeutlichen nach Ansicht des DBV-Generalsekretärs die Notwendigkeit, sich an den Klimawandel anzupassen sowie Absicherungs- und Risikoinstrumente zu etablieren.

Verwandte Inhalte
Auch interessant