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Klimaschutz

Landwirtschaft und Ernährung ändern

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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
13.08.2019

Sonderbericht des Weltklimarates identifiziert Landnutzungsänderungen als einen wesentlichen Treiber des Klimawandels.

Im Kampf gegen den Klimawandel spielt die Landnutzung eine entscheidende Rolle. Das ist das Ergebnis eines Sonderberichts des Weltklimarates von vergangener Woche. Rund 23 % der von Menschen gemachten Treibhausgasemissionen seien auf Land- und Forstwirtschaft sowie andere Formen der Landnutzung zurückzuführen. Gleichzeitig würden die Böden der Welt knapp ein Drittel des CO2-Ausstoßes aus fossilen Kraftstoffen und Industrie absorbieren.
Die Studie verweist insbesondere auf die Bedrohungen durch Wüstenbildung und Verschlechterungen der Böden. Dadurch könnten diese weniger CO2 aufnehmen, was wiederum den Klimawandel verschlimmere. Höhere Niederschläge in Folge der Wetterveränderungen würden zudem zu stärkerer Bodenerosion beitragen. Auch warnen die Wissenschaftler, dass durch den Klimawandel die Nahrungssicherheit insbesondere in tropischen Gebieten gefährdet würde. Verschärft würde die Situation durch anhaltend hohe Lebensmittelverluste – weltweit gehe rund ein Drittel der Nahrungsmittel verloren oder würde verschwendet.

Lösungsansätze

Der Bericht schlägt mehrere Ansätze vor, um den Ausstoß an Klimagasen zu reduzieren:
  • Weniger Lebensmittelverluste bzw. -verschwendung,
  • Ausgewogenere Ernährung mit pflanzenbasierten Lebensmitteln und tierischen Erzeugnissen aus klimaschonender Produktion,
  • Stärkung ländlicher Bevölkerung, u.a. durch verbessertes Einkommen,
  • Kampf gegen Wüstenbildung, u.a. durch Aufforstung und nachhaltige Bodenbewirtschaftung
  • Ende der nicht-nachhaltigen Waldnutzung, z.B. durch Brandrodung,
  • Senkung der Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft.

Bioenergie umstritten

Zwiespältig sieht der Bericht die Nutzung von Bioenergie. Einerseits könne sie dazu beitragen, die Verwendung von Brennstoffen wie Torf zu verringern, andererseits dürften auf den für ihre Erzeugung verwendeten Flächen keine Nahrungsproduktion verdrängt oder Artenvielfalt gefährdet werden. Insgesamt seien die Möglichkeiten der Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel begrenzt, weil die verfügbaren Flächen immer weniger würden, auf ihnen aber die Nahrung für die wachsende Weltbevölkerung angebaut werden müsse.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze wertete die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) als gute Gelegenheit, in Europa Anreize für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft zu setzen. Vom Bundesforschungsministerium kam der Ruf nach Innovationen wie der Züchtung dürreresistenter Pflanzen. Bundeslandwirtschafts- ministerin Julia Klöckner betonte ihr nationales und EU-weites Engagement für Klimaschutz.

Grüne und Linke sowie mehrere Umweltverbände forderten teils drastische Veränderungen in der deutschen Landwirtschaft. Der Deutsche Bauernverband unterstrich das Engagement des Berufsstandes beim Klimaschutz. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat unterstrich den Beitrag der Forstwirtschaft zur Emissionsminderung. Für den Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft folgt aus dem Bericht die Aufforderung, die Chancen des Ökolandbaus zu nutzen.

 

Hier geht es zu unserem Kommentar zum Thema https://www.agrarheute.com/wochenblatt/politik/klimakiller-ueberall-556778

Mit Material von AgE
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