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Koalitionsverhandlungen

Machterhalt kann nicht das Ziel sein

Koalition Merkel Özdemir
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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
26.10.2017

Wie wird zukünftig mit Wald und Waldeigentum umgegangen? Das ist für die 700.000 Waldbesitzer in Bayern eine wichtige Frage.

Die Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene haben begonnen und es bleibt zu hoffen, dass die Beteiligten nicht nur über Probleme in ihrer eigenen kleinen Glaskugel diskutieren, sondern darüber hinaus auch klare Weichenstellungen für die Wählerinnen und Wähler interessierenden Bereiche treffen. Bei 2 Mio. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern in Deutschland und 700.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern alleine in Bayern ist die Frage, wie zukünftig mit Wald und Waldeigentum umgegangen werden soll, eine möglicherweise Wahlen entscheidende Frage.

Die Bayerische Staatsregierung hat dies erkannt. Nun gilt es, dies auch auf Bundesebene in den Koalitionsverhandlungen und einem möglichen Koalitionsvertrag zu verankern. Dabei kann das Ziel nicht weitergehende Flächenstilllegung und Nutzungsbeschränkung sein.

Ziel muss vielmehr sein, alle Waldeigentümer bei der Herausforderung, den Klimawandel zu meistern, mitzunehmen und ihnen Instrumente an die Hand zu geben, mit denen sie ihren Beitrag zur Reduzierung des Klimawandels leisten können. Ziel muss mehr Integration und weniger Flächenstilllegung, mehr Eigenverantwortung mit Beratung und weniger Dirigismus sowie die Bereitschaft zum Ausgleich der den Eigentümern im Rahmen des Klimawandels entstehenden Schäden sein. Dies müssen Ziele und Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen sein.

Die auf Bundesebene in der Wahlnacht gefallenen Äußerungen, wonach Wahlziele lediglich in Machterhalt bestanden, werden andernfalls in Zukunft größere Schwierigkeiten erzeugen.

Ein forstpolitischer Kommentar des Bayerischen Waldbesitzerverbandes

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