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Aus dem Landtag

Magerwiesen sind „Korallenriffe“ Bayerns

Magerwiese
Miriam Zerbel
am
16.05.2019

Der Verlust an Arten in Bayern war das Thema eines Experten-Gesprächs im Umweltausschuss des Bayerischen Landtages vergangene Woche.

Der Biologieprofessor Michael Schrödl von der Zoologischen Staatssammlung München und Dr. Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung begrüßten die Übernahme des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ durch die Staatsregierung. Schrödl mahnte zudem ein grundlegendes Monitoring zur Arteninventur an. Bislang habe man noch viel zu wenig Daten über die einheimische Flora und Fauna.

Laut Fleischmann sind die artenreichsten Flächen hierzulande magere Blumenwiesen. Er sprach von den „Korallenriffen“ Bayerns. Um diese Lebensräume zu schützen gelte es die Biotope zu vernetzen, vor allem aber, artenreiches Grünland zu erhalten. „80 Prozent der Greening-Maßnahmen sind wirkungslos für die Biodiversität“, warnte er. Blühstreifen seien zwar schön fürs Auge, brächten aber nicht viel für die Artenvielfalt. In der Agrarförderung sollte Artenvielfalt ergebnisorientiert gefördert werden, also etwa je nachdem, wie viele Kiebitzpaare in einer Wiese brüteten.

In der Diskussion betonte die Ausschussvorsitzende, Rosi Steinberger (Grüne), man stehe auch angesichts des Klimawandels unter Zeitdruck. Nötig seien Antworten auf die Frage, was wirklich etwas bringe, um Lebensräume zu schützen. Florian von Brunn (SPD) hakte bei den Artenforschern nach, welche Maßnahmen sie zusätzlich zum Runden Tisch empfehlen. Ingo Hahn (AfD) bezweifelte, dass die Artenzahl insgesamt sinke. Er verwies darauf, dass laufend neue Arten entdeckt würden. Mehr Differenzierung bei der Darstellung dessen, was in der Landwirtschaft für die Artenvielfalt getan werde, forderte Klaus Steiner (CSU). Ob Biotopinseln oder größere Gebiete effektiver seien, wollte Christian Hierneis (Grüne) wissen. Fleischmann antwortete, dass mit nur einer Maßnahme nicht alle Arten geschützt werden könnten. Schrödl plädierte zusätzlich für Großschutzgebiete, in denen auch langjährige Organismen wie Wälder geschützt werden könnten.

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