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Mal ein wenig durchschnaufen

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
08.06.2017

München - Ein leichtes Durchschnaufen können sich jetzt die Ackerbauern leisten. Die Bestandspflege beim Wintergetreide ist abgeschlossen, beim Sommergetreide steht sie bevor.

Sepp Kellerer

Ein leichtes Durchschnaufen können sich jetzt die Ackerbauern leisten. Die Bestandspflege beim Wintergetreide ist abgeschlossen, beim Sommergetreide steht sie bevor. Das bange Warten auf den Mais hat sich in den meisten Fällen in erwartungsvolle Zuversicht gewandelt. Bei den Kartoffeln allerdings heißt es, genau hinschauen, um der Krautfäule keine Luft zu lassen.

Bei einem abendlichen Feldrundgang ist jetzt auch Zeit, den Lerchen, überhaupt der Natur zu lauschen, und ein paar Gedanken darauf zu verwenden, wie man ihr auf den Kulturflächen ausreichend zu ihrem Recht verhelfen kann.

Beim Begutachten der Bestände taucht sicher auch die Frage auf, was mit der Ernte passieren soll. Wenn die Körner ins Lager genommen werden, um dann im Futtertrog zu landen, beziehungsweise später verkauft zu werden, dann muss das Lager natürlich sauber und hygienisch sein. Dafür zu sorgen, ist jetzt die richtige Zeit (Seite 32). Vielleicht ist aber auch ein Biogasbetrieb in der Nähe, der an Getreideflächen interessiert ist, um seine Substratbasis zu erweitern. Dann sollte man natürlich wissen, ob sein Angebot lukrativ ist. Der Deckungsbeitragsrechner der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ermöglicht hierzu belastbare Kalkulationen für den eigenen Betrieb.

Und weil wir gerade beim Rechnen sind, das ist eines der Keranliegen der bayerischen Maschinenringe, das wurde auch wieder bei der diesjährigen Jahresversammlung in Altötting klar. Ob die Delegierten gleich zur Pfingstwallfahrt dort geblieben sind, das entzieht sich unserer Kenntnis. Deutlich wurde auf der Veranstaltung aber, dass das Rechnen allein heute nicht mehr reicht, sondern dass die Dienstleistung auch auf vielen Kanälen „an den Mann gebracht“ werden muss. Marketing ist auch das Kerngeschäft von proHolz Bayern. Vor fünf Jahren gegründet, hat sich die Initiative inzwischen gemausert und kann eine durchaus stolze Jahresbilanz vorlegen. Die Waldbesitzer tragen hier nach wie vor die finanzielle Hauptlast. Es könnte durchaus noch mehr bewegt werden, wenn die übrigen Glieder der Wertschöpfungskette Adäquates beisteuern würden.

Natürlich ist es auch eine Option, zum Durchschnaufen dem Betrieb mal für ein paar Stunden komplett den Rücken zu kehren. Wie wäre es mit der Landesgartenschau in Pfaffenhofen an der Ilm? Erste Eindrücke dazu auf.

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