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Internationaler Handel

Mercosur - BBV warnt vor Zugeständnissen

Schweinefleisch Brasilien
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
12.12.2017

Die Verhandlungen mit den südamerikanischen Staaten drohen zu einem "Kuhhandel" zu werden. Die deutsche Industrie will exportieren, die Landwirtschaft soll Zugeständnisse machen.

Der Bayerische Bauernverband verfolgt die Gespräche der EU-Kommission mit dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur weiterhin sehr wachsam. Er fordert, dass die EU gegenüber den Forderungen nach höheren Freihandelsquoten für Rindfleisch, Zucker und Ethanol hart bleiben muss.

In den Mercosur-Staaten wird unter deutlich niedrigeren Standards als bei uns gewirtschaftet. Aktuell hat zum Beispiel Russland Rind- und Schweinefleischimporte aus Brasilien aufgrund von Rückständen des Wachstumshormons Ractopamin gesperrt. Und auch an der EU-Grenze wurden Chargen an brasilianischem Rindfleisch beschlagnahmt, weil sie nicht den Gesundheitsvorgaben der EU entsprochen hatten.

Deshalb will der Bauernverband, dass die EU-Kommission die Interessen der Landwirtschaft wie auch der Verbraucher strikt wahren müsse. Sie dürf sich auf keinen Fall auf den Kuhhandel einlassen, Zugeständnisse bei Agrarimporten zu machen, um im Gegenzug Vorteile beim Export von europäischen Industriegütern wie Autos und Maschinen zu erhalten.

Eine Marktöffnung im Agrarbereich würde nicht nur erhebliche Kosten- und Wettbewerbsnachteile für unsere heimischen Erzeuger mit sich bringen, sondern auch das hohe Niveau des Verbraucherschutzes unterlaufen, dem heimische Produkte unterliegen.

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