Login
Politik

Nachhaltigkeit basiert auf drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales

pd
am
27.10.2015

Berlin - Wissenschaftsrat bemängelt veraltete Perspektive des bewahrenden Naturschutzes beim Bundesamt für Naturschutz / AGDW-Präsident zu Guttenberg fordert Stärkung der sozioökonomischen Kompetenzen beim BfN

Zu Guttenberg © Silvia Schlögel
Der Wissenschaftsrat hat dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) in einem aktuellen Gutachten erwartungsgemäß ein insgesamt positives Zeugnis ausgestellt. Aber es gebe deutliche Kritik an dem veralteten Naturschutz-Ansatz des BfN, so zu Guttenberg. Das BfN würde "seine Arbeit in hohem Maße an der traditionellen Perspektive des bewahrenden Naturschutzes" ausrichten. Der Wissenschaftsrat bescheinige dem Amt einen Mangel an sozialwissenschaftlicher und sozioökonomischer Kompetenz, wenn es um zukunftsorientierte Forschungsthemen gehe. "Die Kritikpunkte sind deutlich", sagte Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der AGDW - Die Waldeigentümer, "das Bundesamt bewegt sich unter einer ideologischen Käseglocke. Das Prinzip Nachhaltigkeit mit seinen drei Säulen aus Ökonomie, Ökologie, und Soziales scheint im BfN bis dato nicht verstanden worden zu sein."
Die nachhaltige Bewirtschaftung der Natur blende das BfN aus ideologischen Gründen aus. Stattdessen reduziere es den Naturschutz ausschließlich auf das starre Konservieren. Zu Guttenberg: "Dieser Ansatz ist wissenschaftlich längst überholt, da er die dynamischen Veränderungen der Natur ignoriert. Er richtet zudem einen sozial-ökonomischen Schaden an und wird auf dem Rücken der Menschen, die von und mit der Natur leben, ausgetragen." Der veraltete Ansatz des BfN ordne den ländlichen Raum unter eine Schutzkategorie, die den Menschen ausblende und eine sozioökonomische Kostenfolgeabschätzung nicht zulasse. Dies führe zu Trugschlüssen und Fehlentscheidungen. Ausgeblendet werde, - dass künstliche Wildnis oder nicht bewirtschaftete Wälder dem Klimaschutz einen Bärendienst erweisen: Ohne die Substitution klimaschädlicher Emissionen durch Holz, ohne die Speicherung von CO₂ in langlebigen Holzprodukten und ohne die kontinuierliche Verjüngung habe der Wald in Deutschland keinen positiven Klimaschutzeffekt. (pd)
Auch interessant