Login
Großprojekte

Nationalpark in der Donauregion - Dialog wird fortgesetzt

Ulrike Scharf
BLW
am
12.06.2017

Weichering/Lks. Neuburg-Schrobenhausen - Umweltministerium, Landrat, Bürgermeister und Verbände wollen weitere Gespräche zum Nationalpark.

Der Dialog zum dritten Nationalpark in der Donau-Region wird fortgesetzt. Das ist das Ergebnis einer weiteren Dialogveranstaltung mit der Bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf, Neuburg-Schrobenhausens Landrat Roland Weigert, Bürgermeistern sowie Verbänden und Interessensvertretern, die vergangene Woche in Weichering stattfand.

Ein Nationalpark solle laut Scharf für die Menschen erlebbar sein: „Wir wollen für den Nationalpark gemeinsam mit der Region ein maßangefertigtes Konzept entwickeln.“ Die Besucher sollten durch attraktive Wege, Informationen und Führungen an die Natur herangeführt werden.

Der Dialog läuft momentan mit den Regionen Donau-Auen, Rhön, Spessart und Frankenwald. Die Donau-Auen werden als eines der fachlich wertvollsten Auwald-Gebiete Deutschlands bezeichnet.

Nationalparks dienten laut der Umweltministerin neben dem Schutz der Natur auch der naturkundlichen Bildung. Die Ausweisung eines Parks sei für die Menschen in der Region daher eine große Chance. „Er leistet einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität der Menschen vor Ort. Ein Nationalpark stärkt die Attraktivität einer Region und den Erholungswert der Landschaft.“

Daneben wurde auch das Thema Jagd angesprochen. In einem Nationalpark gibt es laut Ministerium ein umfassendes Wildtiermanagement in der Verantwortung der Nationalparkverwaltung. Zentrales Ziel sei es zum einen, die Schutzziele umzusetzen. Zum anderen sollten Auswirkungen der Wildbestände des Nationalparks auf die angrenzende Kulturlandschaft vermieden werden. Dazu wurde von Seiten der Ministerin bekräftigt, dass im Rahmen des Wildtiermanagements in einem Nationalpark auch private Jäger berücksichtigt werden können.

Außerdem wurde eine Arbeitsgrundlage für eine Gebietskulisse präsentiert. Die Ministerin betonte, dass es sich dabei um keine Festlegung auf eine Nationalparkkulisse handelt. Vielmehr solle die Gebietskulisse im weiteren Dialogprozess mit der Region konkretisiert werden, bis schließlich ein maßgeschneiderter Gebietsvorschlag vorliegt.

Daneben wies die Ministerin darauf hin, dass die für einen Nationalpark erforderlichen 75 Prozent Naturzone erst über einen Zeitraum von 30 Jahren erreicht werden müssten. Die ersten 30 Jahre des Nationalparks stellten eine Übergangszeit dar. Für einen Nationalpark ist eine Fläche von 10 000 ha erforderlich. Um auf diese Fläche zu kommen, braucht die Region Neuburg-Schrobenhausen Partner.

Auch interessant