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Bürokratie

Natura 2000 - Zugang zu Finanzmitteln zu schwierig

Bürokratie
pd
am
01.03.2017

Luxemburg - Der EU-Rechnungshof bemängelt in seinem neuen Bericht, dass Natura 2000 nicht angemessen verwaltet werde und der Zugang zu Finanzmitteln schwierig sei.

Der Bericht bekräftigt nach Ansicht des europäischen Bauernverbandes (Copa), dass das Natura-2000-Netzwerk ein zentrales Element der EU-Strategie zur Eindämmung des Verlustes der Artenvielfalt sei und eine wichtige Rolle beim Schutz der Artenvielfalt spiele. Er stellt jedoch auch fest, dass nach wie vor bedeutende Fortschritte nötig seien, wenn die Ziele der EU erreicht werden sollen.

Der Generalsekretär der Verbände europäischer Landwirte und landwirtschaftlichen Genossenschaften (Copa & Cogeca), Pekka Pesonen, warnte: „Insbesondere zeigt der Bericht, dass EU-Finanzmittel unzureichend und schwer zugänglich sind, und die Maßnahmen bringen zuviel Bürokratie mit sich. Obwohl – beispielsweise im Rahmen des LIFE-Projekts – Gelder zur Verfügung stehen, haben Landwirte, die theoretisch förderfähig wären, in der Praxis kaum Zugang zu ihnen. Die Verwaltung des Natura-2000-Netzwerkes bringt einen Nutzen für die gesamte Gesellschaft und der wirtschaftliche Nutzen dank mehr Tourismus, besserer Ressourceneffizienz und anderer Effekte wird auf 200-300 Milliarden Euro geschätzt. Dieser Nutzen entsteht durch die gute Arbeit von Landwirten, Grundeigentümern und Waldbesitzern, welche die wichtigsten Beschützer der Artenvielfalt sind. Gleichwohl sind laut Bericht die finanziellen Verluste, die sie als Folge der Maßnahmen erleiden, oft sehr viel größer als die erhaltenen Kompensationen.“

Der Generalsekretär des Europäischen Grundeigentümerverbands (ELO), Thierry de l'Escaille, betonte zudem, dass Land, welches unter Natura 2000 falle, bereits durch die schlichte Tatsache, als Natura-2000-Fläche eingestuft zu werden, einen Großteil seines Wertes verliere. „Damit gehen viele Kosten einher, die nicht durch die EU und die Mitgliedstaaten abgedeckt werden. Landwirte, Grundeigentümer und Waldbesitzer haben das Potenzial, dafür zu sorgen, dass es funktioniert, doch sie brauchen die richtige Unterstützung dafür. Auch müssen Berechnungen für aktuelle und zukünftige Ausgaben laut Bericht genauer und stärker an der Betriebsebene ausgerichtet sein“, so der Generalsekretär.

Die Generalsekretärin des Europäischen Waldbesitzerverbands (CEPF), Emma Berglund, sagte: „Der Bericht weist darauf hin, dass Maßnahmen langfristig erfolgreicher wären, wenn Finanzierungsquellen beständiger wären, anstatt wie in einigen Fällen auf beispielsweise vier Jahre begrenzt zu sein.  Landwirte, Grundeigentümer und Waldbesitzer sind dafür verantwortlich, Wälder und landwirtschaftliche Flächen mit hohem Naturwert zu erzeugen, und sie sollten dafür entlohnt werden, um sicherzustellen, dass sie diese wichtigen Aktivitäten fortsetzen. Entscheidungsträger müssen dies in Zukunft anerkennen und praktikable und einfache Ansätze finden, um eine bessere Umsetzung der Maßnahmen zu gewährleisten.“

Zusammenfassend sagte Ludwig Willnegger, Generalsekretär des Zusammenschlusses der Verbände für Jagd und Wildtiererhaltung in der EU: „Wir kennen zahlreiche Beispiele von Landwirten, Waldbesitzern und anderen Akteuren des ländlichen Raums wie Jäger, die im Rahmen des Natura-2000-Netzwerkes ungerecht behandelt worden sind. Das Netzwerk wurde lokalen Gemeinschaften oft aufgezwungen, was lokale, gemeinschaftlich entwickelte Erhaltungsmaßnahmen nicht fördert. Es ist ganz offensichtlich, dass die Mitgliedstaaten stärker in die Kommunikation mit den Landnutzern und in Anreize für diese investieren müssen, denn es sind die Landnutzer, die überhaupt erst zur Qualität dieser Stadorte beigetragen haben.“

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