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Copa & Cogeca

Neue EU-Plattform zu Lebensmittelverlusten und -verschwendung

pd
am
30.11.2016

Brüssel - Copa & Cogeca legten anlässlich der ersten Sitzung der EU-Plattform zu Lebensmittelverlusten und -verschwendung heute in Brüssel zentrale Prioritäten und Ziele dar.

Lebensmittel im Abfall

Angesichts von Millionen von Menschen in der Welt, die unter Hunger und Unterernährung leiden, ist es für Copa & Cogeca und unsere Mitglieder eine Priorität, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Die Plattform soll es zentralen Stakeholdern ermöglichen, beste Praktiken zu teilen und gemeinsame Aktionen entlang der gesamten Lebensmittelkette vom Landwirt zum Verbraucher zu unterstützen, um Lebensmittelverluste und -verschwendung zu verhindern und zu reduzieren.

In Brüssel sagte Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen: „Wir möchten neue Absatzmöglichkeiten für Produkte entwickeln, welche die spezifischen Standards der EU-Gesetzgebung oder des Marktes nicht erfüllen. Nebenprodukte aus dem EU-Agrarsektor können beispielsweise auf innovative Art und Weise für Tierfuttermittel, biobasierte Produkte oder Bioenergie genutzt oder in den Boden eingearbeitet werden, um dessen Gehalt an organischem Material zu erhöhen“.

„Viele unserer Mitglieder führen bereits innovative Projekte durch, um Lebensmittelverschwendung einzudämmen und zum Ziel nachhaltiger Entwicklung 12.3 beizutragen. Ein Projekt umfasst beispielsweise die Entwicklung eines Online-Schulungsinstruments, welches Vertretern der Lebensmittelkette praktische Beratung zu der Frage bietet, wie sie Verschwendung reduzieren und in den Betrieben ein Wiederverwertungsprogramm zugunsten von Wohltätigkeitsorgansationen einrichten können“, fügte Pesonen hinzu.

„Ein weiteres von unseren Mitgliedern entwickeltes Projekt umfasst die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung durch veränderte Standards und Verpackungen von Kartoffeln. Ein weiteres Beispiel ist die Herstellung eines Proteindrinks aus Molke für Sportler mit Molke, für die zuvor keine Absatzmöglichkeit bestand. Darüber hinaus werden unförmige Karotten, welche nicht direkt auf den Markt gebracht werden können, für die Verarbeitung verkauft“.

„Wir sind der Ansicht, dass diese Plattform dabei helfen wird, derartige Praktiken unter den zentralen Stakeholdern zu verbreiten und auch neue Ideen zu entwickeln. Die Kreislaufwirtschaft bietet eine echte Chance, unser innovatives Potenzial zur Erschließung von Absatzmöglichkeiten für Nebenprodukte voll auszuschöpfen und gleichzeitig wettbewerbsfähiger zu werden und Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten zu schaffen. Gleichwohl sollte eine klare Unterscheidung getroffen werden zwischen dem, was „vermeidbar“ ist, und „nicht-vermeidbarer“ Lebensmittelverschwendung, wie z.B. Anbaukulturen, die als Folge widriger Witterungsbedingungen verloren gingen. Ohne die Lebensmittelsicherheit zu gefährden, sollte die Plattform unserer Meinung nach auch prüfen, wie Gesetzgebung und Verwaltungspraktiken verbessert werden können, um die Wiederverwertung von Nebenprodukten zu erleichtern“, so Pesonen abschließend.

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