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Neue Wege gehen

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Simon Michel-Berger, Wochenblatt
am
12.04.2017

München - Eine neue repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung zeigt eindrucksvoll, wie wichtig heutzutage der (von den Verbrauchern) gefühlte Tier- und Umweltschutz sind.

Simon Michel-Berger

Das Ansehen der Bauern ist gut, die Menschen zeigen Verständnis für und Interesse an deren Problemen und der Wunsch, mehr über Landwirtschaft zu erfahren, ist ungebrochen. So weit, so ermutigend.

Die Befragung zeigt aber auch, dass – in den Augen der Verbraucher – Wunsch und Wirklichkeit bei Themen wie Tier- und Umweltschutz sehr deutlich auseinandergehen. Man muss sich vor Augen führen: Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung glaubt, die moderne Landwirtschaft betreibt Raubbau an Boden, Wasser und Luft. Außerdem glaubt sie, dass Landwirte nicht verantwortungsvoll mit ihren Tieren umgehen.

Für einen Berufsstand, der im Ansehen der Gesellschaft an zweiter Stelle kommt (gleich nach den Ärzten), ist das nach wie vor ein großes Problem. Können die Bauern die an sie gestellten Erwartungen überhaupt erfüllen? Wer mit genug entsprechendem Willen und Zeit ausgestattet ist, wird in vielen Ställen in Deutschland Bilder und Videos anfertigen können, welche die Landwirtschaft in ein schlechtes Licht rücken. Die Schreckensnachrichten funktionieren ja auch teilweise wegen dem Spannungsfeld zwischen „guten“ Bauern und „böser“ moderner Tierhaltung so gut.

Schwierig macht es für die Bauern, dass die meisten Verbraucher sich noch immer über das Fernsehen informieren und wenig an der Berichterstattung über Landwirtschaft auszusetzen haben. Hier in den Dialog mit der Bevölkerung einzusteigen ist und bleibt schwer. Doch neue Wege haben sich aufgetan: Die Befragung zeigt klar, dass das direkte Gespräch mit Landwirten, sei es auf dem Wochenmarkt oder in den sozialen Medien im Internet, immer mehr Bedeutung gewinnt. Diese neuen Wege muss die Branche weitergehen.

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