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Infrastruktur

Neuer EU-Investitionsfonds für Breitbandausbau auf dem Lande

pd
am
13.12.2016

Brüssel - Die EU richtet für den Breitbandausbau in entlegenen Regionen einen speziellen Investitionsfonds ein.

Öttinger

Für den „Connecting Europe Broadband Fund“ haben die EU-Kommission und die Europäische Investitionsbank (EIB) gestern ihre Pläne in Brüssel vorgestellt. Mit dem neuen Breitband-Fonds sollen private und öffentliche Investitionen in unterversorgten Gebieten gefördert werden. Die KfW Bankengruppe aus Deutschland ist neben den staatlichen Förderbanken aus Italien und Frankreich einer der drei Ankerinvestoren.

EU-Digitalkommissar Günther Oettinger dankte den Finanzpartnern für ihr Engagement für diesen Fonds. Damit sei eine vereinfachte und effektive Finanzierung von Breitbandprojekten, vor allem in unterversorgten Gebieten, möglich. „Es ist ein großer Schritt hin zur Europäischen Gigabit-Gesellschaft für alle“, sagte Oettinger. 

„Schnelles Internet ist grundlegend für den Erfolg und die Entwicklung von Unternehmen“, sagte EIB-Chef Werner Hoyer. „Bis heute hatten kleinere Breitbandprojekte keinen einfachen Zugang zu Förderungen und EU-Finanzinstrumente gab es nicht.“ Folglich seien Projekte in weniger bevölkerungsreichen Gegenden schwierig umzusetzen gewesen. Dieser neue Fonds werde helfen, diese Marktlücke zu schließen.

Der neue Fonds soll bis zu 500 Mio. Euro von öffentlichen und privaten Investoren einwerben. Die EU-Kommission wird 100 Mio. Euro aus der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) in den Europäischen Breitbandfonds investieren. Der Fonds wird die erste Investitionsplattform sein, die den Breitbandausbau unter dem Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) bündelt.

Jedes Jahr sollen damit in einem Umfang zwischen 1 und 30 Mio. Euro sieben bis zwölf Projekte finanziert werden. Insgesamt wird erwartet, dass der Fonds zusätzliche Investitionen zwischen 1 und 1,7 Mrd. Euro für den Breitbandausbau in unterversorgten Gebieten auslöst.

Der operationelle Start des Fonds ist für Mitte 2017 vorgesehen. Gemanagt wird der Fonds von Cube Infrastructure Managers S.A, einem Unternehmen mit umfangreichen Erfahrungen in Projekten im Digitalbereich, das durch eine öffentliche Ausschreibung in diesem Sommer ermittelt wurde.

Bis 2020 sollen alle Haushalte in der EU Internetverbindungen von mindestens 30Mb/s haben. Außerdem sollen bis 2025 alle Bereiche mit besonderer sozioökonomischer Bedeutung wie Schulen, Hochschulen, Forschungszentren, Verkehrsknotenpunkte, Anbieter öffentlicher Dienste (etwa Krankenhäuser und Verwaltungen) sowie Unternehmen, die sich in hohem Maße auf Digitaltechnik stützen, eine äußerst leistungsstarke Gigabit-Internetanbindung erhalten – mit Sende- und Empfangsgeschwindigkeiten von 1 Gigabit pro Sekunde.

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