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Ökologischer Landbau

Neuer Schwung in Reformverhandlungen zur EU-Bioverordnung

Fleckviehkuh auf Weide
aiz
am
22.05.2017

Brüssel - Die EU-Kommission verzichtet auf Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel in Bioprodukten.

In den Verhandlungen um die Reform der EU-Bioverordnung zeichnen sich erste Kompromisse ab. Das leidige Problem von besonderen Grenzwerten für Pflanzenschutzmittel in Bioprodukten soll verschoben werden, womit Spanien, Italien und Portugal ihre strengen Standards für Bioerzeugnisse behalten dürfen. Für die anderen EU-Mitgliedstaaten gelten dafür keine neuen Grenzwerte. Fünf Jahre nach dem Inkrafttreten der neuen Bioverordnung soll die EU-Kommission einen Bericht über Spuren von unerlaubten Stoffen in Bioprodukten vorlegen. Falls nötig, könnte sie dann einen Vorschlag für einen besonderen Grenzwert für Pflanzenschutzmittel machen. Das sieht die Verhandlungsgrundlage für den Trilog am 31. Mai 2017 vor.

Das Europaparlament, der Ministerrat und die EU-Kommission tragen die Einigung mit. Dennoch gibt es vereinzelte Kritik. "Das ist der faulste aller Kompromisse", bemängelte der Südtiroler Europaabgeordnete Herbert Dorfmann (EVP) in dieser Woche im Agrarausschuss der EU-Parlaments. Er befürchtet ungleiche Wettbewerbsbedingungen, wenn Bioprodukte mit Spuren von Pflanzenschutzmitteln in Italien unverkäuflich sind, dagegen in anderen noch auf den Markt gelangen dürfen.

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