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Herriedener Erklärung

Organisationen treten für Kastration unter Lokalanästhesie ein

Ferkel im Stall
pd
am
03.04.2017

Herrieden -Mit dem Ende der betäubungslosen Ferkelkastration zum 31.12.2018 stehen Erzeuger und Vermarkter vor der Herausforderung, im EU-Binnenmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb sprechen sich die Organisationen für tierschutzgerechte und praxistaugliche Verfahren aus. Das haben sie jetzt in der Herriedener Erklärung festgehalten.

Der deutsche Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration bedarf tierschutzgerechter und praxistauglicher Verfahren, die die Schweinefleischerzeuger weiterhin vor allem im EU-Binnenmarkt wettbewerbsfähig halten. Dies forderten am 14. März 2017 in Herrieden stufenübergreifend Vertreter aus Erzeuger- und Beratungsorganisationen, der genossenschaftlichen Vieh- und Fleischvermarktung sowie der bundesweit tätigen Schlachtunternehmen.

Der Sektor kann aufgrund der verbraucher- und kundenseitigen Anforderungen und Produktspezifikationen derzeit nicht vollständig auf die Kastration (ab 01.01.2019 unter Betäubung) verzichten, ohne die deutsche Ferkelerzeugung im europäischen Wettbewerb erheblich zu benachteiligen. Ferner sind gravierende Folgen für den Strukturwandel zu befürchten. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass mehrere Alternativen zur Kastration unter Betäubung zur Verfügung stehen.

Die Lokalanästhesie mit Procain oder moderneren Arzneimitteln wie Lidocain wird als eine wichtige, zusätzliche Alternative angesehen. Der Sektor sieht derzeit insbesondere für den Wirkstoff Procain dringenden Handlungsbedarf.

Folgende Schritte sind laut Branchenorganisationen im Einzelnen notwendig und müssten durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft als sogenannten „4. Weg“ unterstützt und gefördert werden:

  • Unterstützung von klinischen Studien für die Indikationskonkretisierung von Procain zur Anwendung der örtlichen Schmerzausschaltung als tierschutzgerechtem Verfahren durch den Tierhalter
  • Zulassung von modernen Lokalanästhetika wie z. B. Lidocain für das Schwein und für die Indikation Ferkelkastration zur weiteren Verbesserung des Tierschutzes

Folgende Organisationen fordern deshalb den Bundeslandwirtschaftsminister auf, sich rasch und unbürokratisch für den oben beschriebenen „4. Weg“ der Kastration unter Lokalanästhesie einzusetzen.

  • Bayerischer Bauernverband
  • Deutscher Bauernverband e.V.
  • Deutscher Raiffeisenverband e.V.
  • Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V.
  • Landesbauernverband in Baden-Württemberg e.V.
  • Müller Gruppe
  • Ringgemeinschaft Bayern e.V.
  • Tönnies Lebensmittel GmbH & Co. KG
  • Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.
  • Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch e.V.
  • Vion
  • N.V.
  • Westfleisch SCE mbH
  • Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion e.V.
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