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Prüfbericht

Pflanzenschutzmittel-Zulassung: EU-Kommission kritisiert Deutschland

Pflanzenschutz
aiz
am
16.12.2016

Brüssel/Berlin - Ein Prüfbericht der EU-Kommission bescheinigt Deutschland zu lange Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel. Deutliche Verzögerungen seien an der Tagesordnung, fassen die Prüfer der Generaldirektion für Gesundheit der EU-Kommission zusammen. Das gehe zu Lasten der Landwirte.

Die deutschen Behörden weigerten sich, Bewertungen aus anderen EU-Mitgliedstaaten zu übernehmen, stattdessen würden sie lieber alles selbst untersuchen. Außerdem gebe es in Deutschland zusätzliche Umweltanforderungen, die über die Vorschriften der EU hinausgingen. Der Bericht nennt den Schutz von Regenwürmern und des Grundwassers vor Abbauprodukten als Beispiele. Deutsche Landwirte gerieten damit in Gefahr, weniger neue Pflanzenschutzmittel als ihre Wettbewerber zur Verfügung zu haben oder später als möglich in den Genuss von günstigen Generika zu kommen. Die Prüfer nennen den Hopfenanbau in Deutschland als Beispiel, der unter der schleppenden Zulassungspraxis leide.

Mit der Reform von 2009 sollte die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der EU vereinfacht werden. Die Verordnung EG 1107/2009 gibt Fristen vor und legt die gegenseitige Anerkennung von Bewertungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten fest. Nach Überprüfung der deutschen Behörden im März 2016 stellt die EU-Kommission jetzt fest, dass die Ziele der Verordnung nicht erreicht wurden.

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