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Copa & Cogeca

Position der Landwirte stärken

pd
am
11.01.2017

Brüssel - Copa und Cogeca unterstützen Empfehlungen der EU-Agrarmärktetaskforce zur Stärkung der schwachen Position der Landwirte in der Lebensmittelkette und zur Gewährleistung eines faireren Anteils am Verkaufspreis.

Copa-Cogeca-Sitzung

Nur 8 % des Preises eines Laibs Brot fließen an den Landwirt zurück. Copa-Präsident Martin Merrild betonte daher in einer Anhörung im Europäischen Parlament: „Die Fakten zeigen deutlich, dass die europäischen Landwirte keinen fairen Anteil am von den Verbrauchern gezahlten Preis erhalten. Untersuchungen zeigen, dass der Anteil, den die Landwirte erhalten, von 31 % im Jahr 1995 auf gerade einmal 21 % im Jahr 2011 gesunken ist. Copa & Cogeca unterstützen daher die wichtigsten Empfehlungen der Gruppe, die von Cees Veerman geleitet wurde, auch wenn wir glauben, dass noch mehr hätte erreicht werden können.“

„Wir unterstützen insbesondere die Empfehlung zu einer Pflicht für schriftliche Verträge zwischen Landwirten, Verarbeitern und Einzelhändlern. Wir unterstützen außerdem die Initiative zur Erhöhung der Markttransparenz durch die Einrichtung von Marktbeobachtungsstellen für den Milch-, Rind- und Schweinefleischsektor. Diese müssen jedoch ausgeweitet werden und auch andere Sektoren wie Schaffleisch umfassen“, so Merrild weiter.

„Wir tragen zudem die Empfehlung für eine EU-Gesetzgebung zur Unterstützung der Bekämpfung unlauterer Handelspraktiken in der Lebensmittelkette mit. Für uns ist eine EU-Rahmengesetzgebung von grundlegender Bedeutung für die Eindämmung unlauterer Handelspraktiken – eine langjährige Forderung unsererseits. Dadurch können Verstöße der Marktteilnehmer gegen EU-Recht geahndet werden. Eine unabhängige Drittpartei als Ombudsmann sollte bei jeglichen Verstößen Sanktionen verhängen“.

„Wichtig ist auch, Terminmärkte weiterzuentwickeln. Effiziente und gut funktionierende Terminmärkte helfen den Landwirten und landwirtschaftlichen Genossenschaften, besseres Risikomanagement zu betreiben und sich nicht nur auf eine einzige Absatzmöglichkeit zu verlassen. Zudem entwickeln wir unsere Position zu Risikomanagementinstrumenten weiter. Positiv ist zu werten, dass eine mögliche Nutzung von Exportkreditgarantien untersucht wird, um Exporteuren mehr Sicherheit zu bieten“, betonte Merrild abschließend.

Die Empfehlungen wurden auch von vielen führenden Politikern im Rahmen des hochrangigen Events unterstützt, unter ihnen EU-Kommissar Phil Hogan sowie die Mitglieder des Europäischen Parlaments Michel Dantin und Albert Dess. Die Landwirtschaftsminister der EU begrüßten den Bericht ebenfalls.

Die Taskforce wurde zu dem Zweck eingerichtet, Lösungen für die auf EU-Agrarmärkten herrschende extreme Volatilität zu erarbeiten und dabei zu helfen, die zukünftige Bestandsfähigkeit von Landwirten und ihren Genossenschaften zu sichern.

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