Login
Politik

Preiseinbrüche kosten ein Drittel der landwirtschaftlichen Einkommen

von , am
21.08.2015

<b>Berlin</b> - DBV-Präsident Joachim Rukwied fordert EU-Unterstützung für die Erzeuger.

© Dorothea Jacob / pixelio.de
"Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte sind in Deutschland auf breiter Front massiv eingebrochen. Der Preisverfall insbesondere bei Schweinefleisch, Milch, aber auch bei Getreide, Obst und Gemüse addiert sich seit Jahresbeginn auf eine Größenordnung von deutlich über 3 Mrd. Euro an Erlösen, die der heimischen Landwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr fehlen." Diese Bilanz zog diese Woche der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, in Berlin. "Dieser Erlöseinbruch entspricht rund einem Drittel der Nettowertschöpfung der gesamten Landwirtschaft. Rechnet man diese Schätzung auf ein ganzes Jahr hoch, drohen die Erlöse der Bauern durch die geringeren Erzeugerpreise um über 6,2 Mrd. Euro niedriger auszufallen", so Rukwied.
Der DBV-Präsident erwartet deshalb vom Sondergipfel der EU-Agrarminister am 7. September 2015 in Brüssel konkrete Beschlüsse zur Unterstützung der europäischen Landwirte. "Hier steht die Politik mit in der Verantwortung. Wir haben das Sicherheitsnetz für die Agrarmärkte tiefer gehängt, aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo es greifen muss", so Rukwied. Er forderte eine Exportoffensive der EU für Agrargüter und Lebensmittel, die unter anderem aus den von den Landwirten selbst aufgebrachten Mitteln der Milch-Superabgabe finanziert werden könne. Zusätzlich schlug Rukwied flankierende nationale Hilfsmaßnahmen vor. Ebenso wichtig sei es aber, die Betriebe in dieser Situation nicht mit Bürokratie und zusätzlichen wettbewerbsverzerrenden Auflagen zu belasten, betonte der DBV-Präsident im Hinblick auf aktuelle Gesetzesvorhaben auf europäischer und nationaler Ebene. (aiz)
Auch interessant