Login
Verbände

Raiffeisenverband für freie Märkte

Nüssel und Holzenkamp
BLW
am
29.06.2017

Berlin - Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) fordert auch nach der Bundestagswahl eine innovationsfreundliche und marktorientierte Agrarpolitik ein. Das bekräftige DRV-Präsident Manfred Nüssel vergangene Woche beim Raiffeisentag in Berlin.

Bürokratieabbau, Stärkung der genossenschaftlichen Rechtsform, Erhalt und Ausbau freier Märkte sowie die Förderung von Innovationen und ländlichen Räumen bezeichnete Nüssel als „unsere Messlatte zur Sicherung einer wettbewerbsfähigen Agrar- und Ernährungswirtschaft mit leistungsstarken Genossenschaften“. Bei der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 gelte es zudem, die Markttransparenz auszubauen, das Risikomanagement zu fördern, die Stellung der Land- und Agrarwirtschaft in der Wertschöpfungskette zu stärken und die Rolle der Genossenschaften und Erzeugerorganisationen im Wettbewerbsrecht abzusichern.

Nüssel verlangte in Bezug auf die GAP von den Verantwortlichen Klarheit über den künftigen EU-Finanzrahmen. Vor allem wegen des Ausstiegs Großbritanniens aus der Europäischen Union befürchtet er zunehmenden Druck auf das Agrarbudget. Die Auswirkungen des Brexits dürften aber nicht zu Lasten der GAP und damit auf dem Rücken der Agrarwirtschaft ausgetragen werden,

DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers nannte in seinem Rückblick auf 2016 das Geschäftsjahr „eines der Schwierigsten.“ Insgesamt erwirtschafteten die DRV-Mitgliedsgenossenschaften 2016 einen Gesamtumsatz von 60,1 Mrd. €, was einem Rückgang von 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Besonders deutlich seien die Umsätze in der Milchwirtschaft mit 5,5 %, in der Warenwirtschaft mit 2,2 % und bei den Agrargenossenschaften mit 7,4 % gewesen. In den übrigen Sparten lagen die Erlöse hingegen ungefähr auf Vorjahresniveau. Ungeachtet dessen sieht der Hauptgeschäftsführer „Licht am Ende des Tunnels“, da sich die Notierungen für Milch und Milchprodukte sowie Schweinefleisch gefestigt hätten. Ehlers will aber insbesondere am Getreidemarkt weitere sprunghafte Preisbewegungen nicht ausschließen.

Auf dem Raiffeisentag wurde auch der 57-jährige Niedersachse und Bundestagsabgeordnete Franz-Josef Holzenkamp (CDU) zum neuen Vereinspräsidenten gewählt. Holzenkamp ist Aufsichtsratsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG in Münster. Sein Amtsantritt erfolgt zum 1. Juli. Für den Bundestag kandidiert Holzenkamp nicht mehr.

Auch interessant