Login
Biolandbau

Rat billigt Überarbeitung der Öko-Verordnung

Thumbnail
Ulrich Graf, Wochenblatt
am
20.11.2017

Die Vertreter der Mitgliedstaaten haben der Überarbeitung der bestehenden Vorschriften für die biologische Erzeugung und die Kennzeichnung von biologischen Erzeugnissen zugestimmt.

Nach der Annahme im Rat treten die neuen Vorschriften am 1. Januar 2021 in Kraft. Die EU-Kommission vertritt die Meinung, dass diese Zeitspanne den Erzeugern, Betreibern und Handelspartnern genügend Zeit geben wird, sich an den neuen Rahmen anzupassen.

EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan begrüßte die endgültige Annahme der neuen Verordnung durch den Rat. Alle Beteiligten, so Hogan, seien sich einig gewesen, dass die derzeitigen Vorschriften – die inzwischen 20 Jahre alt sind – nicht mehr zweckgemäß seien und die Entwicklung dieses stark wachsenden Marktsegments, das heute ein Volumen von 27 Milliarden Euro hat und über die letzten 10 Jahre um 125 Prozent gewachsen ist, eher behindern als unterstützen würde.

Als Wachstumsmotor führte er das Gruppenzertifizierungssystem an, dem sich kleinere Erzeuger anschließen können. Dadurch würden ihnen geringere Zertifizierungskosten entstehen. Außerdem bekämen Öko-Erzeuger Zugang zu einem neuen Markt für ökologisches Saatgut: "Das wird die Biodiversität und die Nachhaltigkeit des Anbaus verbessern und Innovationen ankurbeln", so Hogan.

DBV und BÖLW wollten Aufschub

Weniger begeistert dürften sich der Deutsche Bauernverband und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zeigen. Sie hatten einen Antrag von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt unterstützt, der ein Verschieben der Entscheidung auf Januar des nächsten Jahre vorsah.

Der DBV-Öko-Beauftrage, Heinrich Graf von Bassewitz, hatte bemängelt, dass in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht hinreichend geprüft werden könne, ob das neue Verfahren in Deutschland ohne Existenzgefahr für die Öko-Landwirtschaft umsetzbar ist.

Auch interessant