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Die richtigen Schnittmengen

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
06.04.2017

München - Aus Sicht der Landwirtschaft ist Mais eine der effizientesten Kulturpflanzen, die wir hierzulande anbauen. Er kommt mit relativ wenig Aufwand und mit wenig Arbeit aus und liefert – von extremen Jahren einmal abgesehen – recht zuverlässig gute Erträge. Aus Sicht eines Teils der übrigen Bevölkerung steht Mais symbolhaft für industrialisierten Ackerbau – Stichwort Vermaisung der Landschaft – und für Umweltbelastung – Stichwort Erosion.

Die Schnittmenge: Durch geschickte, an die Rahmenbedingungen wie Standort, Saatzeit, Vorfrucht etc. angepasste Auswahl der Wirkstoffe und des Behandlungszeitpunktes lässt sich der Herbizideinsatz minimieren. Durch Mulchsaat, dort wo der Standort passt, auch durch Untersaaten (Seite 37) lässt sich die Erosion begrenzen und durch blühende Rahmen (Seite 36) lässt sich die Akzeptanz erhöhen.

Die Schweinemast hat sich in Bayern auf einem recht guten Niveau etabliert, die Ferkelerzeugung dagegen geht zurück, die Ferkellücke steigt an, auch weil die kleineren Ferkelerzeuger nicht die Stückzahlen in einheitlicher Qualität liefern können, die die Mäster haben wollen.

Die Schnittmenge: Eine Anzahl X an Ferkelerzeugern findet sich in einem sogenannten Ferkelpool zusammen, der eine Anzahl Y an Mästern jeweils mit den benötigten Ferkelpartien bedienen kann. Die Mäster und die Ferkelerzeuger einigen sich auf einheitliche Bedingungen wie zum Beispiel Ferkelgewicht, Impfprogramm etc. und man hat ein System, in dem auch kleinere Ferkelerzeuger eine Zukunft haben.

Milchleistung, Fleischleistung, Langlebigkeit, Leichtkalbigkeit, Fundament, Euter, die Liste der Merkmale in der bayerischen Rinderzucht, ob bei Fleckvieh oder bei Braunvieh lässt sich fast beliebig fortsetzen. Aber fast jeder Rinderhalter hat eine andere Ausgangslage in seinem Stall und eine individuelle Gewichtung der einzelnen Merkmale beziehungsweise Zuchtziele.

Die Schnittmenge: Man kennt die Stärken und Schwächen der einzelnen Kühe in seiner eigenen Herde und entscheidet, welche Merkmale man in der nächsten Kuhgeneration verstärken beziehungsweise welche man abschwächen möchte. Und dann wählt man den Besamungsbullen aus, der am ehesten verspricht, dieses Ziel zu erreichen. Dazu muss man natürlich die Leistungsdaten der einzelnen Bullen kennen.

Natürlich hoffen wir auch darüber hinaus, dass die Schnittmenge zwischen Ihrem Informationsbedarf und unserem Informationsangebot recht hoch ist.

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