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Landesanstalt für Landwirtschaft

Riskanter Umbau

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaflichen Wochenblatt erschienen.

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von , am
18.05.2017

München - Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust ließ Goethe seinen Faust sagen und selbst wenn er dabei nicht an die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) dachte, so würde der Satz auch zur heutigen Lage passen. Der Freistaat ringt mit sich selber, wohin er seine Behörden setzen soll. Brauchen wir Verlagerung in die Provinz, wie es der Heimatplan vorsieht? Oder doch lieber Zentralisierung, wie sie seit Jahren für die Finanzkassen auf der Tagesordnung steht und beispielsweise auch für die neue Lebensmittelüberwachung gelten soll? Argumente lassen sich für beide Seiten finden.

Ein Kommentar von Simon Michel-Berger, Stellvertretender Chefredakteur, Simon.Michelberger@dlv.de © Archiv/BLW

Mit in diesen Strudel hineingezogen ist nun auch die LfL, die in einen gemeinsamen Staatsbetrieb umgewandelt werden soll. Im Zuge dessen sollen in den nächsten zehn Jahren auch 200 Mitarbeiter einen neuen Dienstort in Ruhstorf an der Rott finden. Ob und wie das gelingt, ist ungewiss. Erfahrene Wissenschaftler, die ihre Lebensmittelpunkte derzeit anderswo haben, zum Umzug zu bewegen, ist immer eine große Herausforderung. Beispiel Marktredwitz: Dort hat die LfL im September ein Kompetenzzentrum Förderprogramme eingerichtet. Anfangs mit dabei waren ganze sieben Bedienstete – 60 sollen es am Standort werden.

Eines ist klar: Zu Lasten der Bauern bzw. der Forschung, die von der LfL für sie betrieben wird, darf dieser Umbau nicht gehen. Bloß weil irgendwo Arbeitsplätze fehlen, darf man die erfolgreiche Arbeit wichtiger Einrichtungen nicht aufs Spiel setzen. Gerade weil die angewandte Wissenschaft nicht besonders üppig mit Fördermitteln ausgestattet wird, muss der Umbau bei der LfL allerhöchste Aufmerksamkeit und die notwendige Unterstützung von oberster Stelle erhalten – und zwar über viele Jahre hinweg. Sollte dieses Projekt scheitern, tragen die Folgen die Forscher und die Bauern. Die Politiker brauchen es hingegen nicht fürchten, sie sind dann längst nicht mehr in ihrer gewählten Funktion.

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