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Artenvielfalt

Runder Tisch: Gefühle der Bauern ernst nehmen

Glück und Söder
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
26.04.2019

Drei Tagungen waren für den Runden Tisch zur Artenvielfalt anberaumt. Alois Glück legte heute seinen Bericht vor.

Runder Tisch

Heute trafen sich die Mitglieder des Runden Tisches zur dritten gemeinsamen Tagung. Die Beteiligten betonten nach diesem vorerst letzten Termin das durchgängig konstruktive Klima. Alois Glück zog dementsprechend eine positive Bilanz für den Gesamtverlauf. Gleichzeitig machte er den von ihm bereits mehrfach geäußerten Hinweis, dass der Runde Tisch nur Vorschläge unterbreiten könne, die Umsetzung und die Verantwortung liege letztendlich beim Landtag. Dort wird es nun am 8. Mai weitergehen. Thema ist das von der Staatsregierung geplante Begleitgesetz. Es soll den Gesetzestext des Volksbegehrens zur Artenvielfalt exakter fassen. 

Konsens in den Vordergrund gerückt

Runder Tisch

Mit der Abschlussveranstaltung steht nunmehr auch der Bericht von Alois Glück zum Runden Tisch zur Verfügung. Neben den fachlich erarbeiteten Grundlagen in den Fachgruppen spiegelt er die bereits angesprochene Stimmung in der Gruppe wider.

Der gesamte Prozess des Runden Tisches sei zunächst vor allem vom Ziel geprägt gewesen, eine Verständigung zwischen Naturschützern und Landwirten zu erreichen, sowie Misstrauen, Ängste und Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen. Letztlich habe es einen großen Verständigungsprozess gegeben. Möglich sei dies vor allem dadurch geworden, dass alle Beteiligten bereit gewesen wären, zuzuhören und den Willen aufgebracht hätten, ihr Gegenüber zu verstehen, quasi sich auf den Stuhl des Anderen zu setzen. Damit einher sei die Erkenntnis gegangen, dass die andere Seite nicht aus Böswilligkeit argumentiere, sondern ihre fachlichen Anliegen anbringe.  

Gefühle der Bauern ernst nehmen

Neben den allgemeinen Themen gibt es in dem Bericht auch einen Passus, der die Wertschätzung der Bauern betrifft. Da wir ihn für sehr erwähnenswert halten, geben wir ihn im Original wider:

"Neben diesen positiven Eindrücken gab es aber auch eine sehr bedrückende Erfahrung: Die Stimmung in vielen bäuerlichen Familien ist von Enttäuschung und Resignation geprägt. Diese Stimmung ist durch viele Veranstaltungen und Diskussionen im Zusammenhang mit dem Volksbegehren verstärkt worden, aber nicht erst dadurch entstanden! Im Kern geht es darum, dass die Bäuerinnen und Bauern den Eindruck gewonnen haben, ihre Arbeit findet in der Gesellschaft keine Wertschätzung. Sie fühlen sich reglementiert. Ihre Tätigkeit wird mit Misstrauen und Verdächtigungen begleitet. Es gilt, dieses Lebensgefühl, diese Ängste ernst zu nehmen. Natürlich ist auch innerhalb der Landwirtschaft eine offene und ernsthafte Diskussion über das eigene Selbstverständnis und über die Rolle in der Gesellschaft notwendig. Eine konstruktive Diskussion, auch im Rahmen des Runden Tisches war und ist aber nur möglich, wenn die Sorgen, die Bedenken und die Ängste ernst genommen werden."

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