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Wildschweinjagd

Schweinepest - Jagdverband widerspricht Bauernverband

Jagd auf Wildschwein
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
26.01.2018

Die Forderung, den Wildschweinbestand um 70 Prozent zu reduzieren, betrachtet der Jagdverband als haltlos, weil keine Bezugsgröße genannt werde – weder räumlich noch zeitlich.

In ihrer Ausgabe vom 12. Januar hat die Rheinische Post berichtet, dass der Deutsche Bauernverband zur Vorbeugung gegen die sich in Osteuropa ausbreitende Afrikanische Schweinepest auf den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine in Deutschland dringt. Dabei beruft sich die Zeitung auf eine Aussage von Vizepräsident Werner Schwarz gegenüber der Redaktion. Schwarz begründete die Maßnahme unter anderem damit, dass bei einem Abschuss die Tiere weniger leiden als bei einem Befall durch die Krankheit.

Diese konkrete Zahl zur Abschusshöhe stößt beim Deutschen Jagdverband auf Widerspruch. In einem jüngst veröffentlichten Papier zur Schweinepest bezeichnet er die die Zahl als haltlos, da weder Raum noch Zeit angegeben sei. Eine Bestandsreduktion um 70 Prozent, so seine Argumentation, beruhe ausschließlich auf mathematischen Modellen der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA für den Fall eines Ausbruchs der Schweinepest und habe nichts mit der praktischen Umsetzbarkeit zu tun. Bezugsgröße sei hier lediglich das klar umgrenzte Seuchengebiet. Maßnahmen wie Aushungern, Vergiften oder Schießen sind nur einige, die in Frage kommen, um dieses Ziel im Ernstfall möglichst zu erreichen.

Auch vom Einsatz von Nachtzielgeräten oder Sauenfängen distanziert sich der Verband

Der Einsatz von Nachtzielgeräten sei waffenrechtlich verboten. Ob mit deren Einsatz ein langfristiger Jagderfolg zu erreichen sei, bleibe fraglich, betont der Jagdverband und ergänzt: Der Einsatz von Sauenfängen sei unter Tierschutzaspekten und Effektivität kritisch zu hinterfragen. Abgesehen von wenigen Ausnahmeregelungen sei der Einsatz von Saufängen in Deutschland verboten.

 

 

 

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