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Nachhaltigkeit

Sicher auf drei Säulen

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
23.03.2017

Ein Kommentar von Sepp Kellerer, Wochenblatt-Chefredakteur.

Haben Sie schon mal versucht, längere Zeit auf einem Bein zu stehen? Sie werden ganz schnell merken wie anstrengend das ist. Es stellen sich ganz schnell Verrenkungen und Verkrampfungen ein und wenn man das zweite Bein nicht wieder abstellt, dann liegt man über kurz oder lang auf der Schnauze.

Um nicht falsch verstanden zu werden, die Ökologie ist ein hohes Gut und darf nicht vernachlässigt werden, aber als alleiniges Standbein taugt sie in unserer zivilisierten, technisierten und bald vielleicht auch digitalisierten Welt nicht.

Nun der Ansatz von der anderen Seite. Haben Sie schon einmal versucht, einen Stuhl mit vier Beinen in den Garten oder auf den Acker zu stellen? Wenn der Boden nicht ganz eben ist, dann wird der Stuhl immer wackeln und Sie werden darauf keinen richtigen Halt finden. Anders ist das bei einem dreibeinigen Stuhl. Der steht so lange wackelfrei und sicher, bis sich der Schwerpunkt außerhalb der Sitzfläche befindet. Womit ich bei dem viel strapazierten Begriff der Nachhaltigkeit angelangt bin. Der ruht nämlich auf drei Beinen, besser Säulen, und hat nur dann seine Stabilität, wenn die drei Säulen gleichstark sind.

Wie war das? Die Ökologie ist ein hohes Gut und darf nicht vernachlässigt werden, aber sie ist nur eine der drei Säulen der Nachhaltigkeit. Sie reicht nicht aus, um das System stabil zu halten. Nur im Verbund mit der Ökonomie und mit dem Sozialen kann auch die Ökologie ihr volles Potenzial ausschöpfen.

Darüber mögen alle bitte noch einmal nachdenken, die jetzt wieder an den Vereinbarungen zur Düngeverordnung herumschrauben möchten. Die Bauern haben es nicht verdient ständig nur am Pranger zu stehen (Soziales), sie müssen die Vorgaben umsetzen können (Ökonomie) und sie werden ihren Beitrag leisten, die Natur zu entlasten.

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