Login
Lebensmittelsicherheit

Skandalfall Sieber: SPD hat Zoff mit Zapf

Dr. Andreas Zapf
Thumbnail
Ulrich Graf, Wochenblatt
am
28.06.2017

Erlangen - Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat Vorwürfe des SPD-Landtagsabgeordneten Florian von Brunn, das LGL habe bei der Aufarbeitung des süddeutschen Listerioseausbruches durch Produkte der Firma Sieber „nachweislich geschlampt, geschludert und gezögert“, vehement zurückgewiesen.

Im Skandallfall Sieber sieht das LGL keine Schuld bei sich. Nach eigener Ansicht habe sie zu jedem Zeitpunkt die wissenschaftlich gebotene Sorgfalt an den Tag gelegt und erst dadurch die Aufklärung des Ausbruchsgeschehens ermöglicht und das Auftreten weiterer Erkrankungsfälle nachweislich wirksam verhindert. Die Verdrehung dieser Tatsache grenze an Verleumdung.

Florian von Brunn kritisierte, dass das LGL Listeria (L.) monocytogenes in einer Probe am 24. März 2016 nachwies, die Probe jedoch erst am 13. April beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einging. Als Grund für den Zeitbedarf  gibt die Behörde fachliche und rechtliche Gründe an. So seien weitere Untersuchungen mikrobiologisch nicht von heute auf morgen möglich. „Herr Abgeordneter von Brunn ging in seinen Äußerungen auf bestimmte Zeiträume ein, die in der Aufarbeitung des Ausbruchsgeschehens 2016 liegen. Offenbar sind Herrn von Brunn aber weder die rechtlichen Rahmenbedingungen, noch die in solchen Fällen fachlich notwendigen Handlungsschritte hinreichend bekannt“ sagt Dr. Andreas Zapf, Präsident des LGL.

„Jeder Abgeordnete kann gerne mit dem LGL Kontakt aufnehmen, um weiterführende Informationen über behördliches Vorgehen im Rahmen von Ausbruchsaufklärungen in Erfahrung zu bringen“, sagt Zapf, und fügt hinzu: „Mit den jüngsten Äußerungen einzelner Abgeordneter entsteht der Eindruck, das LGL ließe unnötig Zeit verstreichen. Dabei handelten alle beteiligten LGL-Experten nach geltenden rechtlichen und wissenschaftlichen Standards. Nicht zuletzt im Namen meiner zu Unrecht kritisierten Mitarbeiter habe ich daher eine Beschwerde bei SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher eingereicht“.

Auch interessant