Login
Tierhaltung

Stalleinbrüche: ISN fordert klare Kante

Schweine fressen
pd
am
22.05.2017

Göttingen - Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e. V. will, dass die Politik endlich das Mobbing gegen Tierhalter beenden muss.

Im letzten Jahr wurden verdeckte Videos aus dem Stall vom Betrieb Schulze Esking, stellvertretender ISN-Vorsitzender, veröffentlicht. Und obwohl amtliche Kontrollen bestätigten, dass die Vorwürfe haltlos sind, sind die Videos weiter im Internet zu finden. Die Bilder seien auf einem Server, der im Ausland stünde – rechtlich könne daher kaum etwas gegen die Verbreitung der Bilder unternommen werden. Eine Folge daraus: Der Schweinehalter wird nun lebenslänglich mit diesen Bildern in Verbindung gebracht. Viele Fragen beschäftigen den Schweinehalter: Ungeachtet des Einbruchs: Was rechtfertigt den medialen Pranger, obwohl die Betriebe nachgewiesenermaßen gesetzeskonform agieren? Mit welcher Berechtigung werden die betreffenden Tierhalter weiterhin als Tierquäler denunziert? Und kann ein Rechtsstaat tolerieren, dass Selbsterwählte seine Kontrollfunktion über selbst ernannte Standards übernehmen?

Die ISN nimmt Stellung

Vergangenen Freitag hat an der Universität Göttingen Diskussion zwischen Professoren der Uni Göttingen, Peta Deutschland und einem Landwirt zum Thema der Stalleinbrüche bei Tierhaltern stattgefunden. Aufgrund der äußerst kontroversen Standpunkte hat sich die ISN zu folgender Stellungnahme entschlossen: "Der Zweck heiligt eben nicht alle Mittel. Das widerrechtliche Eindringen der Tierrechtler in die Ställe und das anschließende Verwenden der Bilder für Medienkampagnen u.a. im Internet ist Mobbing in Reinkultur gegen die Tierhalter. Das Ziel der Tierrechtler ist klar: Die Tierhaltung muss weg und jede Weiterentwicklung soll deshalb verhindert werden. Dabei verwischt man ganz bewusst die Grenzen zwischen Missständen und ordentlicher Tierhaltung. Und darüber hinaus - Vorreiter in Sachen Tierwohl versucht man sogar absichtlich in den Schmutz zu ziehen. Bei einer derart schwerwiegenden Verletzung der Persönlichkeitsrechte muss endlich eine klare Positionierung und Handlung aller politischen Parteien und Minister erfolgen. Oder sind Tierhalter und ihre Familien Bürger zweiter Klasse? So wie man nun mit ihnen umgeht, unterwandert man alle Bemühungen um die Weiterentwicklung der Tierhaltung."

Auch interessant